Extraordinary Leadership – Gut ist nicht gut genug!

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Erstmals wird in Deutschland das Seminar Extraordinary Leadership angeboten. Was international bereits erfolgreich etabliert ist, soll nun auch hierzulande zu Top-Leistungen im Management führen. Interview mit dem Konzeptionär und Seminarleiter, Frank M. Scheelen, Institut für Managementberatung & -Diagnostik in Waldshut-Tiengen.

Management Forum Starnberg: Warum ein Seminar für die Elite der Führungskräfte?
Frank M. Scheelen: Es ist auf internationaler Datenbasis empirisch bewiesen, dass es Führungsqualitäten im Top-Management gibt, die für bessere Zahlen im Unternehmen sorgen. Deshalb sollte jedes Unternehmen darauf zielen, sein Management zur höchst möglichen Führungsqualität zu befähigen – und daran arbeiten wir im Seminar. Wir bringen die Schlüsselqualifikationen bei jedem einzelnen Teilnehmer ein gutes Stück voran. Und wir arbeiten daran, dass die signifikanten Schwächen einer Führungskraft ihre Stärken nicht neutralisieren oder gar in eine Minderperformance bringen.

MFS: Wie messen Sie die Führungsqualitäten?
Scheelen: Es sind 16 Kriterien, die zählen und die wir mit einem Eingangstest erfassen. Dafür gibt es ein Analysetool. Wir benchmarken diese 16 Kriterien bei jedem einzelnen Teilnehmer mit den oberen 90% der Führungskräfte. Das Ergebnis ist ein Spiegel, der den Handlungsbedarf individuell sichtbar macht. Und wir bieten einen Erfolgstest nach Abschluss des Seminars an. Mit einem „Ich glaub, ich bin jetzt ein bisschen besser“ wäre ja niemandem geholfen.

MFS: Was ist anders als bei anderen Führungskräfte-Trainings?
Scheelen: Wir haben einen Cross-Training-Ansatz, denn erst das Zusammenspiel von mehreren Qualifikationen bringt den Menschen wirklich voran. Es ist wie bei der Vorbereitung auf einen Marathon. Da läuft man ja auch nicht nur jeden Tag ein Stückchen länger sondern man stellt seine Ernährung um, schafft bewusste Ruhephasen und trainiert gewisse Muskeln über das reine Laufen hinaus. Wer linear trainiert, kommt nie zu Spitzenleistungen. Wir zeigen den Führungskräften, dass sie in drei bis fünf Kriterien zur Exzellenz kommen müssen, damit sie insgesamt Teil der Top-Führungselite sind – und ihr Unternehmen wirklich voranbringen können.

MFS: Welche der 16 Kompetenzen ist die wichtigste?
Scheelen: Die wichtigste ist die, die in Deutschland regelmäßig am schwächsten ausgeprägt ist: Motivation und Inspiration der Mitarbeiter. Wer gut ausgebildetes Personal verliert, weil die Führungskraft – meist ungewollt – demotivierend wirkt, kann sich diese Führungskraft auf Dauer nicht leisten. Die fachliche Kompetenz ist in Deutschland im internationalen Vergleich übrigens immer ganz weit vorne.

MFS: Was ist der spannendste Moment für Sie im Seminar?
Scheelen: Wenn der Weg klar wird – der Teilnehmer also definieren kann, in welchem Bereich er exzellent werden möchte und er weiß, wo seine signifikante Schwäche liegt. Gerade die Identifikation der Schwäche ist ein großartiger Moment, denn bis dahin stolpert die Führungskraft ja immer an der gleichen Stelle, was sich auf alle anderen Qualifikationen überträgt. Wir können die Schwäche niemals zur Exzellenz bringen, aber wenn es uns gelingt, sie so einzudämmen, dass die Stärken vollständig zum Tragen kommen, dann ist ein gutes Ergebnis erzielt.

MFS: Können Sie von so einem Moment erzählen?
Scheelen: Ich hatte jüngst ein Coaching mit einer Führungskraft, die fachlich herausragend ist und von den Kollegen als Top-Führungskraft eingeschätzt wird. Trotzdem war die Fluktuation hoch, was sich die Führungskraft nicht erklären konnte. Wir haben herausgefunden, dass die Mitarbeiter spüren, dass die emotionale Bindung an sie fehlt – ein Fakt, dem die Führungskraft keinerlei Bedeutung beigemessen hatte. Wir haben also das Bewusstsein für die Bedeutung geschaffen und Verhalten trainiert, das Bindungen stärkt. Typischerweise kommt dieses Verhalten übrigens bei vielen Ingenieuren oder Chefärzten vor. Sie tun sich schwer mit der Vorstellung, dass ihre maximale fachliche Qualifikation nicht ausreicht.

MFS: Was ist Ihr persönliches Ziel in Ihrem Training?
Scheelen: Ich möchte die Teilnehmer von gut zur Exzellenz bringen. Das ist sehr individuell, also erarbeite ich für jeden Teilnehmer ein eigenes Paket. Die Schlüsselfragen, die dabei zu beantworten sind, lauten: Wo hat der Teilnehmer eine starke Leidenschaft? Was braucht das Unternehmen? Was braucht die Führungskraft? Es ist ein Erarbeiten von Klarheit.

MFS: Sie führen das Seminar erstmals als offenes Seminar in Deutschland durch – was ist Ihre Erfahrung aus anderen Ländern?
Scheelen: Weltweit haben wir 35.000 Teilnehmer, die das Programm durchlaufen haben, meist als Inhouse-Projekt. Die Erfolgskontrolle am Ende des Seminars zeigt uns, wie hoch wirksam das Training ist. Und eine eigene Studie zu den 16 Kompetenzen hat gezeigt, dass Frauen den Männern bei mehr als 2/3 der Kriterien überlegen sind. Als Männerdomäne gibt es nur noch die Kompetenzen Strategie, aktive Problemlösung und Durchsetzungsvermögen.

MFS: Was müssen die Teilnehmer als Qualifikation mitbringen?
Scheelen: Führungserfahrung ist wichtig. Das Cross-Training ist für Unternehmer und Manager in Schlüsselpositionen gedacht.

Wo sehen Sie die Leistungsgrenzen Ihres Seminars?
Scheelen: Verhaltensänderungen sind nicht einfach. Führungskräfte, die sich zur Exzellenz-Schulung anmelden, haben in der Regel die Bereitschaft, den Willen und die Motivation, die signifikanten Schwächen in Angriff zu nehmen und den für sie erarbeiteten Masterplan auch umzusetzen – jeder in seinem Tempo. Wir installieren zusätzlich ‚Buddies‘, das sind andere Teilnehmer, die im Kontakt bleiben und sich gegenseitig Impulse geben. Die Leistungsgrenzen liegen also in der individuellen Trainingsbereitschaft der Teilnehmer.

MFS: Vielen Dank, Herr Scheelen. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Seminar „Extraordinary Leadership“
am 10. + 11. November 2016 in Frankfurt
am 7. + 8. Februar 2017 in Starnberg
am 14. + 15. März 2017 in Zürich
www.management-forum.de/leadership

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