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Schluss mit Stress und Ärger bei der Mitarbeiterführung

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Führung ist erlernbar – wirklich. Wer sie beherrscht, hat mehr Erfolg und Freude an seiner Aufgabe. Allen, die ihrer Führungsverantwortung leichter und zielgerichteter nachkommen wollen, empfehlen wir die Sommer-Akademie Erfolgreiche Mitarbeiterführung vom 14. bis 18. August 2017 im Kloster Seeon.

Was das Seminar auszeichnet, beschreibt ein ehemaliger Teilnehmer so:

    „Mein Unternehmen ist enorm gewachsen. Ein toller Erfolg, den ich auch meiner Führungsstärke zuschreibe. Was gute Führung ist –  
    und wie positiv sie sich in allen Bereichen des Unternehmens auswirkt, habe ich erst auf der Sommer-Akademie wirklich verstanden
    und in Praxistrainings auch gleich üben können. Für mich war es die wohl wichtigste Fortbildung, um engagierte und loyale Mitarbeiter
    für mein Unternehmen zu gewinnen und zu halten.“

    Sebastian Grollmus, Geschäftsführer, Grollmus München GmbH

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!  Informieren Sie sich hier und sichern Sie sich Ihren Teilnahmeplatz hier

Winfried Neun

„Den Unternehmen geht es gut – das ist ein Problem“

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Winfried Neun ist Verhaltensökonom, Innovationscoach, Vollblutunternehmer, Investor, Digitalisierungsexperte und Referent unseres Qualifizierungsprogramms für mittelständische Unternehmen ‚Erfolg durch digitalen Wandel‘. Ein Gespräch über altes Denken, junge Digital Natives und die Chancen einer Ökonomie im Umbruch.

MFS: Braucht Deutschlands Mittelstand tatsächlich ein Qualifizierungsprogramm für den digitalen Wandel?
Winfried Neun: Unbedingt. Viele Führungskräfte sind durch den digitalen Wandel extrem überfordert. Sie haben die neuen Perspektiven noch nicht im Fokus, leiden unter Reizüberflutung und finden bei der Vielzahl der Alternativen ihren Weg nicht. In der Folge entscheiden sie nichts oder das Falsche, ihre Unternehmen verpassen den Anschluss an eine umwälzende Entwicklung und werden im Wettbewerb nicht lange bestehen können.

MFS: Nun sind die deutschen Unternehmen weltweit ganz besonders erfolgreich, im internationalen Wettbewerb stehen sie glänzend da.
Winfried Neun: Das stimmt, den Unternehmen geht es gut, das ist ein Problem. Denn sie verstehen nicht, warum sie jetzt etwas verändern sollten. Ihre Produkte sind gut, die Umsätze stimmen, das macht ein bisschen träge. Aber der Wettbewerb ist hellwach – da kommen tolle Neuerungen in rasantem Tempo. Wer jetzt schläft, wacht morgen vielleicht nicht mehr auf.

MFS: Ein Beispiel, bitte.
Winfried Neun: Es geht um smarte Produkte. Nehmen wir die chemische Industrie. Sie verpackt ihre Flüssigkeiten in Dosen, die rein schützenden Charakter haben. Das ist old school. Smart wäre es, wenn ein Chip den Flüssigkeitszustand in der Dose messen würde, so dass professionelle Verarbeiter die Qualität ihrer Produkte im Blick haben und sie rechtzeitig verbrauchen können, bevor sie eintrocknen. Ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung, den es bereits gibt – wir hatten diese Idee und haben sie umgesetzt. Interessant ist das natürlich für alle Hersteller von Flüssigkeiten, wie die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie.

MFS: Wie steht es denn um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand?
Winfried Neun: Es gibt zwei Ebenen. Die technologische Verwendung in der Produktion ist gut. Anlagen und Maschinen sind mit den Grunddaten des Unternehmens vernetzt. Was fehlt, ist die professionelle Nutzung von Big Data – also die Identifikation von Kundenwünschen und die dadurch induzierte Entwicklung neuer Produkte, sowie die digitale Verbindung von Logistik und Produktion – die gleicht heute noch der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. 

MFS: Vernachlässigt der Mittelstand die Möglichkeiten von Big Data? 
Winfried Neun: Ja. Big Data ist komplex und die höchste Hürde ist herauszufinden, welche Daten das Unternehmen aus dem Big Data-Pool herauslesen möchte. Die wissen nicht genau, was sie wissen müssen. Die Masse der Datenmengen führt dann ganz schnell zur Resignation.

MFS: Klingt kompliziert. 
Winfried Neun: Führungskräfte sind oft erfahren und schon ein bisschen älter. Es fällt ihnen schwer, spontan querzudenken oder dieses überhaupt zuzulassen. Sie müssten Start-Ups gründen oder sich finanziell beteiligen, um mit frischen Ideen zu reüssieren. Da sitzt ein ganzer Pool an Querdenkern, die Big Data-Ansätze für Unternehmen einleiten können. Es ist also keine Fragen der Möglichkeiten, sondern des Wollens.

MFS: Offensein für Neues ist also ein Problem? 
Winfried Neun: Ja. Es gibt eine psychologische Hürde sich zu vernetzen, Daten herauszugeben, Open Innovation zu nutzen, Social Media für Marktanalysen einzusetzen. Und es gibt das Problem, dass die Führungskräfte nicht wissen, in welchem Bereich sie aktiv werden müssen, da fehlt es an strategischer Weitsicht.

MFS: Strategische Weitsicht ist doch etwas, was den deutschen Mittelstand auszeichnet. 
Winfried Neun: Nein, das stimmt nur für die Vergangenheit. Der Mittelstand hat gute Produkte in Relation zu den schlechten der anderen. Sobald die Anderen ihre Qualität anheben, steht der deutsche Mittelstand schlecht da. Und diese Qualitätsanhebung sehen wir doch bereits im Automobilsektor sowie in vielen anderen Bereichen.

MFS: Und der Weg raus – wie sieht er aus? 
Winfried Neun: Meine große Hoffnung ist, dass die Nachfolger im Mittelstand offener und aktiver sind. Ihr Fokus liegt auf dem ‚smarter Wirtschaften‘, also nachhaltig, mit weniger Aufwand, mehrwertstiftend, cleverer – weniger malochen. Das ist ihr Ehrgeiz. Es geht ihnen nicht primär darum nur noch mehr Geld zu verdienen, sondern besonders nachhaltig zu sein.

MFS: Das hört sich bequem an – aber ist es auch ökonomisch sinnvoll? 
Winfried Neun: Absolut. Ertrag und Umsatz folgen der guten Strategie. Die Nachfolger nutzen digitale Hilfsmittel, um eigene Produkte voranzubringen. Sie arbeiten intelligenter, das schont Umwelt und Menschen und sichert den langfristigen Erfolg durch Wettbewerbsfähigkeit.

MFS: Ganz konkret – was sind die Anforderungen an digitale Strategien in Vertrieb & Marketing?
Winfried Neun: Zuerst geht es mal darum das riesige Potenzial bei der Analyse der Vertriebsaktivitäten zu nutzen. Der Vertrieb wurde bisher am wenigsten durchleuchtet. Im Marketing geht es um die Analyse des Verbraucherverhaltens.

MFS: Wie könnte das aussehen?
Winfried Neun: Ich nenne Ihnen zwei Beispiele. Nehmen wir einerseits das Regalmanagement in Verbrauchermärkten. Hat eine Verpackung einen Sensor, können wir zählen, wie oft sie in welchem Regal aus der Hand genommen und zur Kasse getragen wird. Regaloptimierung ist das Ziel. Im Krankenhaus lässt sich die Logistik verbessern – also Kosten senken – indem Sensoren am Medikament den Lagerbestand und -ort mit der Verwendungshäufigkeit und -ort abgleichen. Lageroptimierung ist das Ziel, Systempartnerschaften das dazugehörige Stichwort auf Seiten der Industrie.

MFS: Wie gehen digitalisierungswillige Unternehmen am besten vor?
Winfried Neun: Sie prüfen zuerst ihre internen Strukturen hinsichtlich ihrer Digitalisierungsfähigkeit. Das ist ein aufwendiger aber notwendiger Prozess. Erstaunlich oft befindet sich ein Engpass in der F&E-Abteilung. Sie hat die technische Entwicklung im Fokus, aber nicht die Idee, smart zu sein – da wird Digitalisierung oft ausgebremst. Wenn das Digitalisierungspotenzial identifiziert ist, folgt die Analyse: Wo sind die Ansätze, die das Unternehmen weiterbringen. Im Fokus steht die Frage: Welches smarte Produkt kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit fördern? Dafür müssen die latenten Bedürfnisse der Käufer erkannt werden, sie sind der Schlüssel.

MFS: Latente Bedürfnisse – ein Ausdruck aus der Psychologie. Gibt es Beispiele?
Winfried Neun: Viele. Etwa das latente Bedürfnis der Ressourcenschonung, indem Lacke und Farben nicht weggeworfen werden müssen. Oder das Einsparen von unnötigen Laufwegen in der Zentralapotheke im Krankenhaus, wo durch Sensoren Bestände gemessen und gemeldet werden. Oder die Vereinfachung von Diagnosen durch elektronische Visualisierungen im Sinne von Augmented Reality.

MFS: Einzelmaßnahme oder Konzept – was ist besser?
Winfried Neun: Einzelmaßnahme – das machen uns die Startups vor. Ein Konzept erfordert Analysen und die kosten viel Zeit und Geld. Startups posten ihre Ideen in den Sozialen Netzwerken und bekommen taggleich Feedback. Sie sind sehr nah an ihrer Zielgruppe, so wie es früher auf Märkten sehr oft der Fall war.  

MFS: Wo liegt das größte Risiko der Digitalisierung?
Winfried Neun: Aus der Vielzahlt der Möglichkeiten, die Falsche herauszupicken, sich zu vergaloppieren. Bei der Sortierung der vielen Informationen helfen Experten. Erst danach lohnt es sich, eine eigene Abteilung aufzubauen. Unternehmen brauchen heute eine Digital Management Abteilung – und das ist weder das Marketing noch der Vertrieb, noch die Strategie- oder Innovationsabteilung. Die Digitalisierung beginnt also mit Unterstützung von außen und wächst dann nach innen.

MFS: Entspricht das auch Ihren persönlichen Erfahrungen?
Winfried Neun: Ja – wir haben selbst in der Beratung erkannt, dass Nachhaltigkeit durch digitale Ansätze entstehen kann. So haben wir ein eigenes Online Consulting-Tool K.O.M.-OLC für unsere Kunden als kostengünstige Alternative in der Begleitung von Changeprozessen entwickelt.

MFS: Was ist die dringendste Maßnahme, die Sie Unternehmen empfehlen?
Winfried Neun: Die eigenen Kernkompetenzen zu benennen und genau diese über Digitalisierung noch smarter zu machen. Um den eigenen Markt wirklich zu kennen, muss man die latenten Bedürfnisse wahrnehmen. Märkte sind weniger statisch, als die etablierten Unternehmen wahrnehmen wollen.

MFS: Und was empfehlen Sie Führungskräften im digitalen Wandel?
Winfried Neun: Sie müssen lernen, kurzfristiger zu denken, risikofreudiger zu sein, Open Innovationansätze zu nutzen und Freude an der Veränderung zu haben. Auf die Ideen der jüngeren Leute zu hören, ist oft eine Quelle von Innovation, aber auch kein absoluter Erfolgsgarant.

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier

Seminartermine:
28– 30. Juni 2017 in Ratingen / FlughafenDüsseldorf
25. – 27. Oktober 2017 in Hohenkammer / Flughafen München

Bauherrenkongress: So bleiben Bauherren im Kosten- und Zeitplan

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Große Bauprojekte optimal vorzubereiten und durchzuführen – ohne Kosten- und Zeitüberschreitung, ist machbar. Der Bauherrenkongress am 3.+4. Mai 2017 in Hamburg zeigt, wie es geht. Friedrich Prem, Mitveranstalter, Referent und Experte für Bauherren- und Bauprojektmanagement, erklärt vorab, wie das Ziel erreicht wird.

Management Forum Starnberg: Ein Bauherrenkongress – was bringt die Veranstaltung?
Friedrich Prem: Ziel des Kongresses ist die Weiterentwicklung der Sphäre des Bauherren. Seine Rolle muss gestärkt werden, wie es sich auch das World Construction Client Council zur Aufgabe gesetzt hat. Denn Bauherren verfügen über keine Interessensvertretung und auch sonst über keine relevante Lobby. Es gibt für sie keine Standards und Normen. Die Leistungen, die für Bauherren am Markt angeboten werden, entsprechen zwar den Zielsetzungen der jeweiligen Unternehmen, nicht aber den Bedarfen der Bauherren.

Management Forum Starnberg: Was macht das Leben der Bauherren schwierig – früher und heute?
Friedrich Prem: Da muss man unterscheiden in Bauherren von Nicht-Immobilienunternehmen und Bauherren von Immobilienunternehmen. Nicht-Immobilienunternehmen verfügen über einen grundsätzlich anderen Geschäftsprozess als es die Errichtung von Bauprojekten erfordert. Ein Beispiel: Der Geschäftsprozess einer Uniklinik ist Lehre, sowie die  Untersuchung, Behandlung und Pflege von Erkrankten. Ist die Uni Bauherr, hat sie andere Herausforderungen organisatorischer Art zu meistern als ein Immobilienunternehmen, das organisatorisch mit der Errichtung von Bauprojekten vertraut ist. Nicht-Immobilienunternehmen sind die überwiegende Mehrzahl aller Unternehmen.

Management Forum Starnberg: Was sind die Herausforderungen für Nichtimmobilien-Unternehmen?
Friedrich Prem: Die Geschäftsführer und Vorstände dieser Unternehmen sind oft nur einmal in ihrer beruflichen Laufbahn Bauherr und haben keine Erfahrung und auch keine Chance, Erfahrungen aufzubauen. Auch werden die Aufgaben, Rechte und Pflichten von Bauherren nirgends gelehrt. Darüber hinaus steigt die Komplexität bei der Durchführung von Bauprojekten laufend. Bauherrn sind daher immer weniger in der Lage Großbauprojekte erfolgreich umzusetzen. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Aus den Medien sind die  Krisen bei den Großprojekten BER, Elbphilharmonie, Stuttgart 21 hinlänglich bekannt. Noch viel größer ist der tatsächliche und nicht öffentlich bekannte Missstand.

Management Forum Starnberg: Was müsste sich ändern, damit die Projekte besser laufen?
Friedrich Prem: Die Politik nimmt sich dieser Problematik nicht an. Es herrscht kein Interesse für die Rolle des Bauherrn und wie diese Rolle richtig wahrgenommen wird. Bauherren müssen sich für die ordnungsgemäße Wahrnehmung der Aufgaben, Rechte und Pflichten die mit dieser Rolle zwingend verbunden sind, verantwortlich fühlen. Diese Verantwortung muss auch eingefordert werden können – was derzeit noch schwierig ist, da wären gesetzliche Regelungen hilfreich. Die meisten Initiativen sowie die „Reformkommission Bau von Großbauprojekten“ gehen an der eigentlichen Problematik vorbei, da sie nur das Bauprojekt beleuchten, nicht aber den Bauherrn und seine Sphäre.

Management Forum Starnberg: Was also kann ein Bauherr bei Großprojekten tun, um ohne all zu große Probleme zum Ziel zu kommen?
Friedrich Prem: Bauherren müssen verstehen, dass es nicht ausreicht, einen Architekten oder ein Bauunternehmen zu beauftragen. Sowohl der Architekt als auch der Bauunternehmer können die Aufgaben des Bauherrn weder übernehmen noch erfolgreich lösen. Gerade im deutschsprachigen Raum ist dieses Missverständnis weit verbreitet. Das ist die Hauptursache, warum Bauprojekte schief gehen. Der Bauherr muss lernen, eine „Bestellung“ so abzugeben, dass seine Ziele bekannt und erreichbar sind. Und er muss eine „Projektorganisation“ richtig einrichten, also eine temporäre Organisation, die das Bauprojekt durchführt.

Management Forum Starnberg: Wie das geht erklären Sie auf dem Bauherrenkongress am 3. + 4. Mai in Hamburg?
Friedrich Prem: Ja, ich gebe das Gerüst, an dem sich Bauherren orientieren können. Viele weitere Referenten werden dann auf einzelne
Sachgebiete eingehen.

Management Forum Starnberg: Vielen Dank für das Gespräch.
Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier: www.management-forum.de/bauherrenkongress

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Rückblick: Jahrestagung Betriebliches Gesundheitsmanagement 2017

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Die 4. Jahrestagung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) fand Mitte Februar in München statt. Mit 115 Teilnehmern und 19 Referenten war sie wieder ein wichtiger Branchen-Event, auf dem wertvolle Erfahrungen und Best Practices vorgestellt und mit den Teilnehmern intensiv diskutiert wurden.

Den lange beklatschten Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Hans A. Wüthrich, Managementforscher am Lehrstuhl für Internationales Management der Universität der Bundeswehr in München. Sein Thema: ‚Neu gelebte Führung – Schlüssel einer betrieblichen Gesundheit‘. Wüthrich ist seiner Rolle als Gestalter und Querdenker gerecht geworden und hat dazu ermutigt, das Hierarchiedenken aufzugeben, Mitarbeiter einzustellen, die nicht unbedingt zum Unternehmen passen und den Fokus der Führung auf die Potenzialentfaltung der Mitarbeiter zu legen. „Viele Menschen glauben, sie würden denken, während sie in Wirklichkeit nur ihre Vorurteile neu ordnen“, zitierte er den amerikanischen Philosophen William James. Als Beispiel nannte der den Irrtum zu glauben, das BGM habe allein zum Ziel, den Krankenstand zu senken. „Ein vitales Unternehmen ist mehr als die Summe seiner gesunden Mitarbeiter“, machte er klar. „Eine Organisation ist gesund, wenn sie mit vielfältigen Herausforderungen intelligent umgehen kann und überlebensfähig ist“.

Wie das gelingt, zeigt Wüthrich anhand seiner Kernthese: Organisationen seien bei zunehmender Außenkomplexität nur dann überlebensfähig, wenn sie eine entsprechende Systemkomplexität aufbauen. Ziel sei es, variables Denken und Handeln im Unternehmen zu automatisieren. Was Unternehmen dazu benötigen, seien vier Maßnahmen: Das Einstellen querdenkender Mitarbeiter, den Abbau überflüssiger Regeln und Planungen, Mitarbeiterführung durch Fragen – nicht durch Antworten und: die Organisation als Prototyp verstehen, der sich weiterentwickelt. Sein Fazit: „Betriebliche Gesundheit bedingt Musterbrüche in der Führung.“

Auch Björn Wegner, Präventionsberater der Unfallversicherung Bund und Bahn, forderte ein neues Denken ein. Die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz, zu der Unternehmen gesetzlich angehalten sind, verpflichte Unternehmen dazu, einen Kulturwandel anzustoßen. Wenn die Zusammenarbeit und Kommunikation im Unternehmen überdacht und verträglich sowie transparent gestaltet würde, gingen psychische Belastungen zurück, und das „B“, der Betrieb, werde gestärkt.

Eindringlich war sein Appell, die Zusammenarbeit der verschiedenen Funktionen und Stellen innerhalb des BGM zu stärken. Arbeitsdirektor, Betriebsärzte, Gleichstellungsbeauftragte, Organisationsentwickler und BGM-Manager sollten sich als Team mit gleichem Ziel verstehen. „Wir brauchen keine Rückenschule, sondern Rückendeckung!“

Wie Rückendeckung genau aussehen kann und wie sie zu intrinsischer Motivation führt, zeigte Mirco Hitzigrath, Direktor des Upstalsboom Hotel meerSinn in Binz anhand seiner eigenen Biografie auf. Sein Führungsstil war jahrelang hierarchisch-direktiv, was ihn Nerven und Gesundheit kostete. Heute führt er über Vertrauen und das Stellen von Fragen. Ihm, seinen Mitarbeitern und seinem Hotel geht es seit dem messbar besser.

Viele weitere Referenten lieferten einen detaillierten Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen des BGM, samt pragmatischer Tipps, Handlungsfelder und Lösungsansätze. Immer wieder wurde deutlich: Ein wirklich wirksames BGM ist in der Unternehmenskultur und der Haltung der Führungskräfte verankert. Das gilt unabhängig davon, ob es sich auf Einzelmaßnahmen beschränkt oder auf ein umfassendes Konzept im Unternehmen bezieht.

Die nächste Jahrestagung Betriebliches Gesundheitsmanagement findet am
20./21. September 2017 in Wien statt und am 22./23. Februar 2018 wieder in München.

www.management-forum.de/bgm

Management Seminare für Geschäftsführung, Vorstand und FührungskräfteManagement Seminare für Geschäftsführung, Vorstand und FührungskräfteManagement Seminare für Geschäftsführung, Vorstand und Führungskräfte

Wir spenden unseren Bildungs-Euro* an …

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Verantwortung für das Wohlergehen und die Bildung von Menschen in schwierigen Situationen übernehmen viele engagierte gemeinnützige Organisationen. Wir haben uns entschieden, folgende vier regionale Initiativen mit einer Geldspende zu unterstützen.

 

„Dein München“ setzt sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein, indem es ihnen ermöglicht, am Gemeinschaftsleben in München beteiligt zu sein. Unterstützt wurde beispielsweise ein Junge, der im Juli 2016 bei einem Amoklauf in München schwer verletzt wurde. Ziel ist, Kindern und Jugendlichen Perspektiven und Chancen zu eröffnen – sie dahin zu begleiten, dass sie für sich selbst einem Lebensplan entwickeln. www.deinmuenchen.org

Forschung am Rett-Syndrom – nur eines von 10.000 Mädchen leidet am Rett-Syndrom. Eine Krankheit, bei der die Kinder erlernte Fähigkeiten wieder verlieren. Sprechen und der Gebrauch der Hände ist ihnen unmöglich. Geistige Behinderungen, Epilepsie und Autismus sind weitere Symptome. Die Krankheit wird inzwischen erforscht, aber das Geld ist knapp. Die Eltern eines betroffenen Kindes aus der Region bitten um Spenden, um den Forschungsprozess zu beschleunigen. www.justgiving.com/fundraising/Gunter-Loffler1

Ein regionales Schulprojekt ermöglicht geflüchteten Jugendlichen, ein Instrument zu erlernen. Musik verbindet Menschen und Kulturen. Wir unterstützen diese Initiative herzlich gern.

Zum vierten Mal in Folge geht ein Teilbetrag der Spendensumme an den südSee Kinder- und Jugendhilfe e.V. in Seeshaupt am Starnberger See. Die sehr engagierten Mitarbeiter sind verlässliche und ehrliche Bezugspersonen für die vor Ort lebenden 16 benachteiligten Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 18 Jahren. Ihr Anliegen: Die Kinder sollen lernen, Erwachsenen (wieder) zu vertrauen. Damit schaffen die Betreuer die Basis dafür, dass diese jungen Menschen später selbst verantwortliche Erwachsene sein können. www.suedsee-ev.de

 

* Der Bildungs-Euro: Management Forum Starnberg spendet in jedem Jahr eine vierstellige Summe an Einrichtungen aus der Region, die sich in besonderer Weise um den Schutz und die Bildung von benachteiligten Kindern/Jugendlichen bemühen. Bildung – der Schlüssel zum Erfolg.

 

Rückfragen gern an: Yvonne.doebler@management-forum.de

frank-scheelen

Extraordinary Leadership – Gut ist nicht gut genug!

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Erstmals wird in Deutschland das Seminar Extraordinary Leadership angeboten. Was international bereits erfolgreich etabliert ist, soll nun auch hierzulande zu Top-Leistungen im Management führen. Interview mit dem Konzeptionär und Seminarleiter, Frank M. Scheelen, Institut für Managementberatung & -Diagnostik in Waldshut-Tiengen.

Management Forum Starnberg: Warum ein Seminar für die Elite der Führungskräfte?
Frank M. Scheelen: Es ist auf internationaler Datenbasis empirisch bewiesen, dass es Führungsqualitäten im Top-Management gibt, die für bessere Zahlen im Unternehmen sorgen. Deshalb sollte jedes Unternehmen darauf zielen, sein Management zur höchst möglichen Führungsqualität zu befähigen – und daran arbeiten wir im Seminar. Wir bringen die Schlüsselqualifikationen bei jedem einzelnen Teilnehmer ein gutes Stück voran. Und wir arbeiten daran, dass die signifikanten Schwächen einer Führungskraft ihre Stärken nicht neutralisieren oder gar in eine Minderperformance bringen.

MFS: Wie messen Sie die Führungsqualitäten?
Scheelen: Es sind 16 Kriterien, die zählen und die wir mit einem Eingangstest erfassen. Dafür gibt es ein Analysetool. Wir benchmarken diese 16 Kriterien bei jedem einzelnen Teilnehmer mit den oberen 90% der Führungskräfte. Das Ergebnis ist ein Spiegel, der den Handlungsbedarf individuell sichtbar macht. Und wir bieten einen Erfolgstest nach Abschluss des Seminars an. Mit einem „Ich glaub, ich bin jetzt ein bisschen besser“ wäre ja niemandem geholfen.

MFS: Was ist anders als bei anderen Führungskräfte-Trainings?
Scheelen: Wir haben einen Cross-Training-Ansatz, denn erst das Zusammenspiel von mehreren Qualifikationen bringt den Menschen wirklich voran. Es ist wie bei der Vorbereitung auf einen Marathon. Da läuft man ja auch nicht nur jeden Tag ein Stückchen länger sondern man stellt seine Ernährung um, schafft bewusste Ruhephasen und trainiert gewisse Muskeln über das reine Laufen hinaus. Wer linear trainiert, kommt nie zu Spitzenleistungen. Wir zeigen den Führungskräften, dass sie in drei bis fünf Kriterien zur Exzellenz kommen müssen, damit sie insgesamt Teil der Top-Führungselite sind – und ihr Unternehmen wirklich voranbringen können.

MFS: Welche der 16 Kompetenzen ist die wichtigste?
Scheelen: Die wichtigste ist die, die in Deutschland regelmäßig am schwächsten ausgeprägt ist: Motivation und Inspiration der Mitarbeiter. Wer gut ausgebildetes Personal verliert, weil die Führungskraft – meist ungewollt – demotivierend wirkt, kann sich diese Führungskraft auf Dauer nicht leisten. Die fachliche Kompetenz ist in Deutschland im internationalen Vergleich übrigens immer ganz weit vorne.

MFS: Was ist der spannendste Moment für Sie im Seminar?
Scheelen: Wenn der Weg klar wird – der Teilnehmer also definieren kann, in welchem Bereich er exzellent werden möchte und er weiß, wo seine signifikante Schwäche liegt. Gerade die Identifikation der Schwäche ist ein großartiger Moment, denn bis dahin stolpert die Führungskraft ja immer an der gleichen Stelle, was sich auf alle anderen Qualifikationen überträgt. Wir können die Schwäche niemals zur Exzellenz bringen, aber wenn es uns gelingt, sie so einzudämmen, dass die Stärken vollständig zum Tragen kommen, dann ist ein gutes Ergebnis erzielt.

MFS: Können Sie von so einem Moment erzählen?
Scheelen: Ich hatte jüngst ein Coaching mit einer Führungskraft, die fachlich herausragend ist und von den Kollegen als Top-Führungskraft eingeschätzt wird. Trotzdem war die Fluktuation hoch, was sich die Führungskraft nicht erklären konnte. Wir haben herausgefunden, dass die Mitarbeiter spüren, dass die emotionale Bindung an sie fehlt – ein Fakt, dem die Führungskraft keinerlei Bedeutung beigemessen hatte. Wir haben also das Bewusstsein für die Bedeutung geschaffen und Verhalten trainiert, das Bindungen stärkt. Typischerweise kommt dieses Verhalten übrigens bei vielen Ingenieuren oder Chefärzten vor. Sie tun sich schwer mit der Vorstellung, dass ihre maximale fachliche Qualifikation nicht ausreicht.

MFS: Was ist Ihr persönliches Ziel in Ihrem Training?
Scheelen: Ich möchte die Teilnehmer von gut zur Exzellenz bringen. Das ist sehr individuell, also erarbeite ich für jeden Teilnehmer ein eigenes Paket. Die Schlüsselfragen, die dabei zu beantworten sind, lauten: Wo hat der Teilnehmer eine starke Leidenschaft? Was braucht das Unternehmen? Was braucht die Führungskraft? Es ist ein Erarbeiten von Klarheit.

MFS: Sie führen das Seminar erstmals als offenes Seminar in Deutschland durch – was ist Ihre Erfahrung aus anderen Ländern?
Scheelen: Weltweit haben wir 35.000 Teilnehmer, die das Programm durchlaufen haben, meist als Inhouse-Projekt. Die Erfolgskontrolle am Ende des Seminars zeigt uns, wie hoch wirksam das Training ist. Und eine eigene Studie zu den 16 Kompetenzen hat gezeigt, dass Frauen den Männern bei mehr als 2/3 der Kriterien überlegen sind. Als Männerdomäne gibt es nur noch die Kompetenzen Strategie, aktive Problemlösung und Durchsetzungsvermögen.

MFS: Was müssen die Teilnehmer als Qualifikation mitbringen?
Scheelen: Führungserfahrung ist wichtig. Das Cross-Training ist für Unternehmer und Manager in Schlüsselpositionen gedacht.

Wo sehen Sie die Leistungsgrenzen Ihres Seminars?
Scheelen: Verhaltensänderungen sind nicht einfach. Führungskräfte, die sich zur Exzellenz-Schulung anmelden, haben in der Regel die Bereitschaft, den Willen und die Motivation, die signifikanten Schwächen in Angriff zu nehmen und den für sie erarbeiteten Masterplan auch umzusetzen – jeder in seinem Tempo. Wir installieren zusätzlich ‚Buddies‘, das sind andere Teilnehmer, die im Kontakt bleiben und sich gegenseitig Impulse geben. Die Leistungsgrenzen liegen also in der individuellen Trainingsbereitschaft der Teilnehmer.

MFS: Vielen Dank, Herr Scheelen. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Seminar „Extraordinary Leadership“
am 10. + 11. November 2016 in Frankfurt
am 7. + 8. Februar 2017 in Starnberg
am 14. + 15. März 2017 in Zürich
www.management-forum.de/leadership

rainer-kubbutat

Bedroht durch unbemannte Luftfahrzeuge

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Unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs,) und damit auch Drohnen, sind bei entsprechendem Einsatz eine ernsthafte Gefahr für Menschen, Unternehmen und Infrastruktur. Wir haben Rainer F. Kubbutat, Ingenieur und Experte für autonome Systeme, zu Gefährdungsszenarien und Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen befragt. Einen Vortrag zu diesem Thema hält er am 25. + 26. Oktober 2016 in Bonn auf der Veranstaltung „Schutz kritischer Infrastrukturen“.

MFS: Herr Kubbutat, autonome Systeme, also Drohnen und jede Art sich selbst steuernder Maschine, haben das Potenzial Unternehmen, Infrastruktur und Menschen zu gefährden. Was genau kann diese Technik?

Rainer F. Kubbutat: Die aktuell besonders griffige Bezeichnung „Drohnen“ ist mir zu simpel und mehr und mehr auf die ‚Spielzeuge‘ in allen Größen und Funktionsmöglichkeiten gemünzt, mit denen sich so manche Herrschaften am Rande der Legalität oder schon mitten in der Illegalität bewegen und eigentlich keinen wirklich ernsthaften Schaden anrichten wollen, was Menschen, Anlagen und Infrastruktur angeht.UAVs an sich, sind aber bei entsprechendem Einsatz eine ernsthafte Gefahr für Menschen, Unternehmen und Infrastrukturen.

Was also kann die Technik?

Autonome Systeme, die konsequente Weiterentwicklung von UAVs, können prinzipiell alles, was sie auch mit nicht autonomen Systemen – manned oder unmanned – machen können, wenn die Interaktion mit der Umgebung/Umwelt nicht zu komplex ist, wobei sich hier ständig neue Sensorik gerade aus dem automobilen Sektor zur massiven Funktionserweiterung auf tut. Sie sind zu Land, im und unter Wasser und in der Luft einsetzbar. So kann heute ein UAV auch im Sturm eingesetzt werden, wenn kein Helikopter mehr fliegt, weil der beschränkende Faktor Mensch aus dem System entfernt wurde. Ihre Steuerung ist dabei schon bei monetär geringem Technikeinsatz enorm zielgenau.

Was ist das Problem?

Ein sehr großes Problem ist hierbei die massiv fortschreitende Miniaturisierung, gerade durch den Einsatz von 3D-Drucktechniken. Denken Sie an Systeme in der Art eines ‚Moskitos‘ oder einer ‚Libelle‘, die Tag und Nacht filmen und Töne aufnehmen und das gesammelte Material weiter senden oder nach getaner Arbeit wie auch immer ‚abliefern’, wobei sie ihre Energie aus der Umwelt gewinnen. Wasserdichte UAVs landen auf dem Wasser und tauchen dann ab und agieren hier weiter.

Wie kompliziert ist ihr Bau – wer kann das?

Das kann jeder, der sich mit dem Thema befasst und je nach Aufgabenstellung mehr oder minder bastelaffin ist und sich gegebenenfalls die nötigen Informationen und Kenntnisse aus dem Internet beschafft. Man bekommt alle Komponenten modular, entweder in den entsprechenden Läden oder Märkten oder per Internet, von der Flugsteuerung, über den Antrieb bis zur Sensorik und auch die geeigneten Komponenten für das aktive und passive Agieren und die Kommunikation.

Wie realistisch ist die Gefahr eines UAV-Angriffs auf ein Rechenzentrum?

Ich halte das für sehr realistisch in Bezug auf ein per Hacking zunächst nicht zu knackendes Rechenzentrum. Mit Hilfe von UAVs wird es ausspionierbar. Sie müssen sich Datenlandschaft wie eine Welt mit  Verkehrsflüssen vorstellen. Wenn da jemand will, dass die Daten einen bestimmen Weg nehmen, beziehungsweise Verfahren einen Zugang öffnen, müssen Sie alle anderen Wege unbenutzbar machen. Alternativ können Sie auch entsprechende Verfahren antriggern oder geeignete, frei verfügbare Technik zur Kontaktaufnahme von intern aktiviert anbringen.

Wie geht das?

Je nach Absicherung des Rechenzentrums ist hier mehr oder weniger Aufwand zu betreiben. Letztendlich geht es darum den Zugang zu einem Datenstrom zu erlangen, der einem die benötigten Daten direkt oder für weitere Aktionen liefert.

Welche Branchen oder Regionen sind besonders gefährdet – und was droht ihnen?

Je nach Zielsetzung sind Personen oder Anlagen, welche mit Infrastruktur, Fertigung und Entwicklung zu tun haben gefährdet. Die Bedrohung beginnt beim Ausspionieren, geht über Sabotage, bis hin zum Einsatz von (A)BC-Waffen in der Fläche oder punktgenau, je nach finanzieller Ausstattung des Aggressors und Ziel. Denkbar und inzwischen in greifbare Nähe gerückt ist auch ein koordiniertes Vorgehen – Stichwort Schwarmangriff, das sich über alle möglichen Kommunikationswege oder auch nur zeitgesteuert entsprechend koordinieren lässt und wegen seiner möglichen Bandbreite ein großes Potenzial darstellt.

Kann man Drohnenangriffe rechtzeitig orten, abwehren, einfangen oder zurückverfolgen?

Das ist nicht einfach und kommt auf den Einzelfall an. Wenn die Drohne aktiv gesteuert wird, muss es eine Verbindung geben, die sich erfassen und zurückverfolgen oder jamen lässt. Arbeitet die Drohne autonom, ist diese schon deutlich schwerer und mit sehr viel mehr Aufwand zu detektieren und letztendlich auch abzuwehren. Die zur Verfügung stehende Erfassungs- und Abwehrtechnik sind Frequenz-Scanner oder Radar oder ähnliche Verfahren, welche mit Störsendern, Projektilen oder anderen Verfahren UAVs inaktiv machen und zerstören, was aber in zivilem Umfeld nicht so einfach zu gestalten ist, da Kollateralschäden möglich sind. Verschiedene Forschungsabteilungen versuchen sich gerade an Techniken, um Drohnen zur Landung zu zwingen – das ist eine sinnvolle Entwicklung.

Gibt es einen Schwarmangriff, müssen Schutzmechanismen auf verschiedenen Ebenen greifen – dann bietet eigentlich nur die Tiefe in der Erde aktuell einen wirklichen Schutz.

Die Zurückverfolgung gestaltet sich auch insofern schwer, als dass ein preiswertes UAV als Verlust-System ja gar nicht mehr zurück muss, sondern auf vielfältige Wege seine Daten oder Proben abliefern kann, die dann mit dem Trägersystem nichts mehr zu tun haben, was auch eine Art von sequenziellem Schwarm darstellt.

Was raten Sie Unternehmern und Staaten?

Jeder sollte eine realistische Risikoabschätzung betreiben. Die Frage, welchen Kostenaufwand ein Aggressor betreiben muss, ist dabei hilfreich. Da sollte man ansetzen, sich mit der aktuellen Technologie und der sehr kreativen MAKER-Szene befassen und Firmen beauftragen, die den Schutz der kritischen Infrastruktur dauerhaft begleiten.

Durch den Einfluss des Prototypings und der Kleinstserienherstellung mit 3D-Druckern und Laser-Cuttern und der MAKER-Szene hat sich nun die Schlagzahl der ITK-Branche in die physikalische Welt erhöht und erzeugt hier auf der Abwehrseite einen massiven Reaktionsdruck.

Wer nicht am Ball bleibt, wird es zu spüren bekommen, wie es auch in der ITK passiert, wenn man seine Systeme und Prozesse nicht SAFE macht und hält.

Welche Entwicklungstrends zeigen sich bei Unbemannten Fahrzeugen?

Die Sensorik zum komplexeren autonomen Agieren und Interagieren und das gar im Schwarm ist ein weites Feld, das sich gerade stark entwickelt. Alles soll heute autonomisierbar werden. Die Sensorik soll dafür sorgen, dass die UAVs mit ihrer Umwelt interagieren, ohne Schaden zu nehmen und damit ihr Ziel erreichen und letztendlich ihre Aufgabe erfüllen können.

Für deutlich unter 3.000 Euro gibt es beispielsweise schon eine Drohne, die an keinem Baumstamm im Wald mehr hängen bleibt, selbst wenn der Baum gerade gefällt wird. Intel hat die Hard- und Software für seine Real-Sense-Technik derart weit entwickelt, dass hier selbst dynamische Vorgänge in der Umwelt sauber erkannt und abgearbeitet werden und entsprechend darauf reagiert wird.

Und welche Entwicklungen sind die Gefährlichsten?

Agieren Systeme autonom und sind sie gar noch untereinander vernetzt, geht von ihnen die größte Gefahr aus – sollten sie in die falschen Hände geraden. Damit es nicht so viele ‚falsche Hände‘ gibt, müssen die soziale Gerechtigkeit und ein minimaler Wohlstand für alle ein ernsthaftes Anliegen der Politik werden.

Ob gesetzliche Regelungen zum Bau und Betrieb hier wirklich helfen, bezweifle ich – was die wirklich kriminellen oder terroristischen Absichten an geht. Lediglich der normale Umgang wird hierbei in einen sicheren Rahmen gezwungen, falls es auch die nötige Infrastruktur zur Umsetzung und Durchsetzung der Regelungen gibt, was in Anbetracht der Bandbreite der Entwicklungen eine nicht einfache Aufgabe sein wird.