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Auch im IT-Zeitalter muss ein modernes Parkhaus in erster Linie als Bauwerk nachhaltig und gebrauchstauglich sein!

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung stehen die unterschiedlichen Akteure des Mobilitätssektors vor der Herausforderung, ihre Produkte zu digitalisieren und den wachsenden Bedürfnissen einer mehr und mehr vernetzten Gesellschaft anzupassen. Wie das geht und wieviel Digitalisierung Sinn macht, erläutert Dr. Irmscher, Geschäftsführer der Gesellschaft für Innovative VerkehrsTechnologien mbH, im Interview.

                                                                

Wieviel Zukunft müssen wir heute in neue Parkhäuser und Tiefgaragen implementieren?

Ilja Irmscher: Sehr viel, vor allem in die bauseitige Hardware! Wir wissen nicht hinreichend sicher, wie sich die Pkw-Fahrzeugflotten und ihre Abmessungen in den nächsten Jahren entwickeln. Die Autoindustrie und der Markt bringen zunehmend breitere und höhere Fahrzeuge hervor – allgemein erkennbar vor allem an den wachsenden SUV-Anteilen in faktisch allen Fahrzeugklassen. Damit müssen Parkbauten in besonderem Maß nachhaltig und an andere Fahrzeugabmessungen anpassbar ausgeführt werden. Das ist vor allem bei an den Fahrgassen stützenfreien oder stützenarmen Bauten über eine Anpassung des Aufstellwinkels und der Stellplatzabmessungen in den Parkstraßen möglich. Eine ausreichend dimensionierte Verkehrsführung und alle bekannten Merkmale einer hohen Gebrauchstauglichkeit und Benutzerfreundlichkeit gehören ebenso dazu. Markierungen sowie passive und aktive Sensoren kann man nachrüsten.

 

Was ist der Unterschied von automatischen oder autonom befahrbaren Parksystemen und wo liegt der jeweilige Mehrwert?

Ilja Irmscher: Automatische Parkhäuser sind seit Jahrzehnten bekannt und werden vor allem dort eingesetzt, wo die erforderliche Stellplatzanzahl nicht mit konventionellen Mitteln geschaffen werden kann. Der Fahrer fährt sein Fahrzeug in eine Übergabekabine. Von dort aus erfolgt die Einlagerung bis hin zur Auslagerung mit Hilfe eines automatischen Fördersystems. Das Fahrzeug wird wie ein Lagergut transportiert, fährt aber nicht selbst. Automatische Parksysteme sind komfortabel und bauraumsparend, das Fahrzeug ist sehr sicher untergebracht.

 

Mit der Entwicklung autonom fahrender Pkw wird es möglich sein, Autos auch ohne Fahrer selbstfahrend in faktisch konventionelle Parkhäuser einfahren und aus diesen auch wieder ausfahren zu lassen. Der Fahrer steigt jeweils an einer definierten Position aus und ein. Theoretisch könnte das Auto in einer weiteren Entwicklungsstufe die Autoinsassen zu ihrem Ziel fahren, dort absetzen, fahrerlos parken und auf Anforderung wieder wie ein VIP-Shuttle-Service vorfahren. Hierzu gibt es derzeit erste FuE-Projekte mit elektrisch fahrenden Pkw. Es ist davon auszugehen, dass es lange Zeit einen Mischbetrieb von vom Fahrer pilotierten und selbstfahrenden Pkw in den Parkbauten geben wird. Der Vorteil dieser Technologie liegt vor allem im erhöhten Komfort, und das Auto kann prinzipiell auch in engen Stellplätzen parken, bei denen ein Öffnen der Türen nicht möglich ist. Es ist möglich, dass nur einzelne Autos autonom parken.

 

Wie sicher ist die Technik beim autonomen Parken (Stichwort: Umfelderkennung, Haftung, Datenschutz)?

Ilja Irmscher: Das autonome Parken ist ein Nebenprodukt des autonomen Fahrens. Bereits seit zehn Jahren gibt es Parklenk-Assistenten als preiswerte optionale Assistenzfunktion für verschiedene Fahrzeuge mit Level 1. Diese Systeme nutzen u. a. die Nahbereichs-Abstandssensorik sowie elektrische Lenkhilfen, während der Fahrer meist noch selbst für die Fahrfunktionen zuständig ist. Dabei bleibt die Haftung beim Fahrer. In der nächsten Stufe, die derzeit schrittweise beim Parken eingeführt wird, kann das Auto dabei auch selbst fahren oder auch fernbedient werden. Diese Systeme sind aber von ihrem Aufwand her noch vergleichsweise überschaubar. Eine wirklich neue Qualität entsteht dann, wenn die Fahrzeuge wirklich fahrerlos im Sinne der Stufe 5 in einem Parkhaus fahren oder gar die komplexen Verkehrssituationen im öffentlichen Straßenraum bewältigen müssen. Wie viel auf diesem Weg noch zu tun ist, wird schon daran deutlich, dass die Autoindustrie heute an der Serieneinführung von Stufe 3 steht, aber noch diverse Zulassungsprobleme zu überwinden hat. Eins ist aber sicher – wenn ein autonomes Fahrzeug im Parkhaus eine Gefahrensituation erkennt, wird es eher stehen bleiben und den weiteren Verkehr blockieren als eine nicht programmierte Entscheidung zu treffen.

 

Viele Aspekte sind also noch zu klären. Dies fängt bei völlig unterschiedlichen Ansätzen an – ob das Parkhaus ein normales ausreichend gut beschildertes und markiertes Parkhaus bleibt, oder ob es zu einem Fahr-Areal für autonome Fahrzeuge aufgerüstet werden müsste. Technisch und wirtschaftlich zielführend ist m. E. nur die erste Variante.

 

Welche Geschäftsmodelle sind außerdem denkbar? (Fahrrad, Apps u.v.m.)

Ilja Irmscher: Die Geschäftsmodelle beim Parken müssen immer die hohen Kostenanteile und die Eigentumsrechte der Parkimmobilien berücksichtigen. Daran sind bereits viele Anbieter gescheitert. Die Entwicklung erfolgreicher neuer Geschäftsmodelle ist vorrangig Sache der Parkhauseigentümer und -betreiber, zumal die Branche gerade in Deutschland nur kleine Margen erwirtschaften kann. Sicher gibt es neben bargeldlosen Zahlungsmethoden und dynamischen Parktarifen verschiedene folgerichtige Ansätze für zusätzliche Dienstleistungsangebote in Parkhäusern, die es aber lokal schon früher gegeben hat – wie die Zusammenarbeit mit Fahrzeugvermietern einschließlich Carsharing, Fahrradverleih und Fahrradparken, u. v. a. m. In dem Maße, wie Elektromobilität tatsächlich realisiert wird, sind diesbezügliche Geschäftsmodelle von besonderer Bedeutung. Hier gibt es verschiedene Ansätze von der Gestattung von Ladepunkten, die durch Dritte bei Entrichtung einer bestimmten Pacht betrieben werden, bis hin zur eigenen Tätigkeit als EVU (Energieversorgungsunternehmen).

 

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig? (Normen, Vernetzung, öffentliche Förderung etc.)

Ilja Irmscher: Die Rahmenbedingungen sind natürlich sehr komplex zu sehen. Bei allem ist aber die Parkhausbranche relativ konservativ, weil sie stets an die kostenintensiven Immobilien gebunden ist. Die Vernetzung spielt natürlich auch bei den Parkabfertigungsanlagen und den Bezahlungsprozessen eine große Rolle. Natürlich geht die Vernetzung über die Parkleitsysteme hinaus voran, zumal moderne Fahrzeuge möglichst schon im Parkhaus online gehen können, um bis zur Ausfahrt dynamisch die der aktuellen Verkehrssituation angepasste Route zu kennen.

 

Eine - vorzugsweise nicht allzu große - Stadt kann in ihrem Straßenraum möglicherweise die eine oder andere Innovation viel leichter umsetzen und damit auch verkehrspolitische Zielstellungen im Sinne einer verbesserten urbanen Mobilität realisieren als ein privater Parkhausbetreiber innerhalb seiner Objekte.  

 

Die Parkhausbranche wird nicht unnütz eigene Normen erfinden, sondern sich in die bundes- und landesweiten Strukturen einordnen. Öffentliche Förderungen wären schön und vor Jahrzehnten vor allem bei der Schaffung von innerstädtischen Parkbauten auf der Tagesordnung. Sie wären durchaus hilfreich, das eine oder andere neue Tiefgaragenprojekt im Interesse der Schaffung einer neuen Qualität in unseren Städten zu erreichen. Realistischer ist aber die Förderung von Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge der Stromzufuhr zu den Parkbauten, die aber in Korrespondenz zur Nachfrage stehen müssen.

 

Erleben Sie Dr. Irmscher live auf der Veranstaltung „Bau und Betrieb von Parkhäusern und Tiefgaragen“ am 20. Und 21. März 2019 in München!

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