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„Dänemark setzt das um, worüber andere noch diskutieren“

Julian Weyer ist Partner beim renommierten dänischen Büro C.F. Møller Architects. Auf der Fachkonferenz „Future Hospital“ stellt er Krankenhaus-Projekte aus Skandinavien vor, die international beispielhaft sind.

 

Herr Weyer, wie viele Krankenhäuser hat C.F. Møller Architects bereits geplant und umgesetzt?

Wir haben seit 1931 knapp 2,5 Millionen Quadratmeter in über 60 Kliniken, Psychiatrien und Gesundheitszentren realisiert – vor allem aber sind wir stolz darauf, Projekte geschaffen zu haben, deren konkrete Ideen und Neudenken über die Jahre den ganzen Sektor beeinflusst haben.

 

Was hat sich auf dem dänischen Gesundheitssektor aktuell verändert? Und wie haben Sie reagiert?

Dänemark setzt das um, worüber andere noch diskutieren: Eine komplette Neustrukturierung des Sektors, mit weniger Standorten (nach Geografie, Bedarf und Erreichbarkeit verortet) sowie Fokus auf mehr ambulante Behandlungen, Effizienzstrategien, Zentralisierungen, Digitalisierung, Flexibilität und Ressourcen-Pooling sowie neue patientenzentrierte Konzepte. Zentral in dem Programm stehen die neuen Maximalversorger, die sogenannten „Superhospitals“, von denen wir das erste und größte in Aarhus realisiert haben, sowie an weiteren mitgeplant haben.

Für uns als Architekten hat dieses Programm bedeutet das wir konsequent und innovativ mit den Themen „Healing Architecture“ und evidenzbasiertem Design haben arbeiten können, weil diese jetzt nicht mehr als ein Luxus, sondern als integraler Teil eines zukunftsfähigen und effizienten Gesundheitssektors betrachtet werden.

 

Sie sprechen von patientenzentrierter Gesundheitspflege, wie meinen Sie das auf architektonischer Ebene?

Patientenzentrierung ist nicht allein eine Frage von guter Architektur, bei wirklich patientenzentriertem Denken gehört die dahinterliegende Organisation mit dazu, wie z.B. Clusterungen der Spezialisierungen oder Routinen auf den Stationen. Aber die Architektur kann und sollte vieles unterstützen, angefangen von stressfreier Orientierung und geborgenen Umgebungen, bis hin zu guten Begegnungsmöglichkeiten mit dem Personal und die Bewahrung der Autonomie und Würde der Patienten, indem sie sich soweit möglich selbst helfen können, selber ihre Umgebungen kontrollieren können, Angehörige mit übernachten lassen können etc. In dem dänischen Beispiel werden so heute ausschließlich barrierefreie Einbettzimmer realisiert, weil hier die Evidenz und das Potential eindeutig dafürsprechen.

 

Welche Rolle spielen Licht, bzw. Farben und Akustik?

Alle drei sind wichtige Faktoren in der Schaffung einer stressfreien Umgebung, für Patienten, Angehörige und nicht zuletzt das Personal, die ja insgesamt die meiste Zeit in den Kliniken verbringen. Die Rolle vom Tageslicht geht aber noch weiter, weil wir es nicht nur als „Wohlfühl-Faktor“ betrachten, sondern als einen integralen Teil der Zukunftsfähigkeit und Flexibilität von Klinikarchitektur: Es werden heute noch viel zu viele Bereiche ohne Tageslicht geplant, die morgen vielleicht gar keine sinnvollen Funktionen mehr abbilden können.

 

Was raten Sie jungen Architekten, die sich auf den Gesundheitssektor konzentrieren wollen?

Wenn man sich die radikalen Veränderungen in der Medizin ansieht – Eingriffe, die vor zehn Jahren noch einen Krankenhausaufenthalt von zwei Monaten bedeuteten, werden heute ambulant gemacht –, dann ist es auffallend, wie statisch im Vergleich die eingefahrenen Strukturen im Gesundheitsbau wirken, vor allem in genormten Ländern wie Deutschland. Man sollte sich daher nicht nur darauf konzentrieren, das zu meistern was es bisher gab, sondern sich daran erfreuen, das in der nächsten Zeit eine riesige Innovation auf den Sektor zukommen wird, die auch neue Chancen in der Architektur bringt.

 

Welchen digitalen Programmen und Prozessen gehört die Zukunft?

Vor allem denen, die den Menschen unterstützen, und nicht nur ein „System“. Wir arbeiten z.B. mit BIM im Gesundheitssektor seit 15 Jahren, und kennen sehr gut die Stärken und Schwächen dieser Methode, die bei uns seit langem für alle Projekte eingesetzt wird.Da, wo es aber richtig spannend wird, ist, wenn wir mit unseren Werkzeugen nicht nur die Planungs- und Bauphase strukturieren und optimieren können, sondern auch die eigentliche Anwendung der Kliniken – nicht nur im Sinne von Facility Management, von dem man ja viel spricht, sondern auch die täglichen Abläufe verbessern, Geräte und Personal verortbar und die Orientierung leichter machen, und letztendlich dazu beitragen dass Patienten und Personal zugleich einen spürbaren Mehrwert erleben.

 

Erleben Sie Julian Weyer live auf der Fachkonferenz „Future Hospital“ am 18./19. März 2020 in Hamburg!

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