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Das digitale Krankenhaus vs Röhren-TV und Schwesternklingel

Interview mit Dr. Gregor Hülsken, Professor für Wirtschafts- und Medizininformatik an der Hochschule für Ökonomie & Management Essen. Er spricht auf der Konferenz ‚Das digitale Krankenhaus‘ am 4./5. Dezember 2018 in Nürnberg über Chancen und Risiken der Digitalisierung im Patientenzimmer.

 

Management Forum Starnberg: Wie ist die digitale Realität in deutschen Patientenzimmern?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Es dominiert vielerorts noch der alte Röhrenfernseher und auch die gute alte Schwesternklingel mit dem roten Knopf hat noch immer ihren Platz am Patientenbett.

 

MFS: Tut sich da denn gar nichts?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Doch, bei Neu- und Umbaumaßnahmen spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Zumindest Patiententelefon und Patientenfernsehen werden heute in aller Regel nach einer Modernisierung digitalisiert.

MFS: Welches Potenzial sehen Sie?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Ein Riesiges, das Prozesse optimiert, die stark belastete Berufsgruppe der Krankenpflege entlastet und dem Krankenhaus Effizienzgewinne verspricht. Die ersten Schritte betreffen meist den „letzten Meter“ zum Patienten. Mit wenig Kostenaufwand könnte beispielsweise das Krankenhausinformationssystem, das KIS,  mit verschiedenen Geräten im Patientenzimmer gekoppelt werden.

 

MFS: Was bringt das genau?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Ein Beispiel: Bisher bemerkt die Verwaltung, dass ein Patient seine Versichertenkarte nicht vorgelegt hat. Die Verwaltung wendet sich an eine Pflegekraft der Station, die diese wiederum redet mit dem Patienten und dann geht das ganze rückwärts: Der Patient gibt der  Pflegekraft die Karte, diese reicht sie weiter an die Verwaltung. Und dann muss die Karte ja zurück an den Patienten. Was für ein Zeitverlust, was für ein Wegeaufkommen. Besser wäre es doch, wenn der Patient eine automatisierte Nachricht vom KIS auf sein Patiententerminal am Bett oder auch auf sein Handy bekommt.

 

MFS: Spannend. Wo hilft die Digitalisierung noch?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Besonderes Potential bietet sicher der Lichtruf. Bisher klingelt der Patient und es leuchtet ein rotes Licht an der Tür auf. Die Pflegekraft sieht es nicht, wenn sie in einem anderen Zimmer oder nachts gerade auf einem anderen Stockwerk ist. Der Patient klingelt wiederholt, weil keiner reagiert. Er ist genervt. Sieht die Schwester den Ruf, weiß sie nicht, was der Patient hat  – einen Infarkt oder den Wunsch nach einer Flasche Wasser? Sie geht also hin, fragt nach, geht zurück, holt die Flasche Wasser, geht wieder hin und hat viel Zeit und Wegstrecke hinter sich gebracht. Anders beim digitalisierten Service-Call. Wer Wasser haben möchte, klickt auf das Symbol Wasser. Die zuständige Serviceperson kann gleich das Getränk bringen und hat nur einen Weg. Ist die Pflegekraft in einem anderen Stockwerk beschäftigt, kann sie über ihr Smartphone rückmelden: „Ich komme in 10 Minuten“. Der Patient ist zufrieden, weil er weiß, dass sein Anliegen gehört wurde. 

 

MFS: Das hört sich nach einer massiven Entlastung des Pflegepersonals an.

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Ja, das knappe Pflegepersonal kann sich seinen eigentlichen Aufgaben widmen und die Service-Tätigkeiten kann weniger qualifiziertes Personal übernehmen. Stellen Sie sich mal den Nutzen digitalisierter Geräte und Betten vor, was das für Laufwege und Suchzeiten spart, wie einfach Fiebermessen wird, wie schnell die Pflegekräfte merken, wenn sich ein Patient länger nicht bewegt hat. Die Digitalisierung sorgt für geringere Kosten, entspanntes Personal und zufriedene, besser versorgte Patienten und deutlich höhere Patientensicherheit.  

 

MFS: Was kostet die Einführung so eines qualifizierten Schwesternrufs?

Prof. Dr. Gregor Hülsken: In der ersten Ausbaustufe muss man sicherlich mit 300 Euro pro Bett für ein 200-Betten-Haus rechnen.

 

MFS: Das ist nicht wenig.

Prof. Dr. Gregor Hülsken: Richtig, und hinzu kommen Wartungsgebühren und Kosten, um das Projekt zu betreiben. Zudem lässt sich nicht erfassen, wann sich das Investment amortisiert hat. Deshalb stockt die Digitalisierung auch vielerorts. Die Entscheider in vielen Häusern tun sich noch schwer anzuerkennen, dass das ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist. Der Ersatz teurer medizinischer Geräte bekommt oft Priorität. Da aber die Prozesskosten so enorm steigen werden, kann ich nur mahnen: eine zeitgemäße Netzwerkinfrastruktur und dazu gehört insbesondere eine vernünftige WLAN- und Glasfaser-Ausstattung sind Erfolgsfaktoren für zukunftsfähige Krankenhäuser.

 

Die wichtigsten Entwicklungen und nutzwertiges Erfahrungswissen werden auf der Konferenz „Das digitale Krankenhaus“ in Nürnberg vor- und zur Diskussion gestellt.

 

Konferenz

Das digitale Krankenhaus

4./5. Dezember 2018 in Nürnberg
www.management-forum.de/kkh-digital

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