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Mensch, erkenne Dich selbst und Andere

„Es geht in der Morphosophie® um die Deutung der äußeren Erscheinung des Menschen“, sagt Christoph Rosenberger, Geschäftsführer von „Rosenberger & Co“, der Gründer der Morphosophie® sowie des österreichischen Dachverbandes für Physiognomik, „Es gibt aktuell 4833 Studien zu Mimik und Gestik, 187 Studien zur Körpersprache, aber beispielsweise keine Studie zur Psycho-Physiognomik, weil das Verständnis des Einzigartigen sich nicht verallgemeinern lässt – jeder Mensch ist einzigartig“. Was er in seinem Seminar „Menschenkenntnis mit System“ stattdessen anbietet, erläutert er im Interview.

 

Herr Rosenberger, steigen wir also ein in die spannende Welt der Morphosophie®. Man sollte meinen, mit unseren spiegelneuronalen Fähigkeiten verstehen wir immer, wie unser Gegenüber tickt. Wieso müssen wir heutzutage dennoch neu lernen, Gesichter zu „lesen“?

Christoph Rosenberger: Ja, wir haben diese spiegelneuronalen Fähigkeiten, insbesondere im Kindesalter. Wissenschaftliche Tests zeigen, dass Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren Gefühle mit einer Richtigkeit von über 90 % lesen können. Mit zunehmendem Alter nehmen die Fähigkeiten, nonverbale Kommunikation lesen zu können, ab. Wenn ich den gleichen Test mit teuer und hoch trainierten Verkäufern mache, die jeden Tag Kundenkontakt haben, liegen wir bei ca. 50%.

 

Wie kommt das?

Christoph Rosenberger: Das fusiforme Gesichtsareal, eine Region im menschlichen Gehirn, die besonders auf die Wahrnehmung  menschlicher Gesichter anspricht, schläft ein. Im Erwachsenenalter wird die Hälfte aller Gefühle falsch interpretiert! Jeder 10. Erwachsene beschreibt sich als „gefühlskalt“, kann also Emotionen kaum entschlüsseln. Das Gute ist, dass man diese Fähigkeit wieder wecken kann. Das biete ich an.

 

Bei Ihnen geht es aber nicht nur um das Verstehen der schnell veränderbaren Ausdruckselemente, wie z.B. in der Mimik und Gestik, sondern um den ganzen Menschen, also auch um langsam veränderbare Ausdruckselemente – welche sind das?

Christoph Rosenberger: Richtig, ein Lächeln und seine Interpretation kann zum Beispiel nur 100 Millisekunden dauern, es ist ein schnell veränderbares Ausdruckselement. Langsam veränderbare sind zum Beispiel generell die Körperform, Kopfform, Kinn, Mund, Hinterhaupt, Seitenhaupt, Hände, Beine-Rumpf-Verhältnis …

 

Was hat denn das Beine-Rumpf-Verhältnis mit der Persönlichkeit zu tun?

Christoph Rosenberger: Denken Sie beispielsweise an Michael Phelps. Der schwimmt deswegen so schnell, weil er sehr hart trainiert und weil er ganz bestimmte physiognomische Voraussetzungen hat. Jeder Mensch ist zu etwas anderem fähig. Die Physiognomie eines Menschen hat keinen Wahrscheinlichkeitsbezug zu Persönlichkeitsmerkmalen, sondern einen exakten und vollständigen. Selbstverständlich kann man von der Physiognomie auf ganz bestimmte Fähigkeiten und Talente schließen – vorausgesetzt, man sieht den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit. Das verhält sich in der Tierwelt übrigens nicht anders.

 

Im Jahre 1876 veröffentlichte der italienische Mediziner Lombroso das Buch ‚Der Verbrecher‘, in welchem er die These vertrat, dass man Verbrecher anhand physiologischer Merkmale erkennen könne. Seine Kollegen warfen ihm seinerzeit Vorverurteilung vor.

Christoph Rosenberger: Jeder ist ein Kind seiner Zeit. Alle Worte, Taten und Einstellungen sind immer Ausdruck des entsprechenden Zeitgeistes. In den 1820er-Jahren wurden in der feuerfesten Kleidung für Feuerwehrleute Asbestfasern verarbeitet. Heute sind wir klüger. Für die damalige Zeit, 1870er Jahre, war Lombroso vielleicht modern. Wissenschaften entwickeln sich permanent und müssen stets in Frage gestellt werden. Heute gehen wir davon aus, dass es kein Verbrechernaturell gibt. Nahezu jeder Mensch ist unter ganz bestimmten Voraussetzungen zu unschönen Taten fähig. Lesen Sie Geschichtsbücher und Tageszeitungen.

 

Inwiefern?

Christoph Rosenberger: Die Aussagen „kleine Nasen bedeuten dieses und große Nasen jenes“- die sind völliger Quatsch. Der Mensch ist ein vielfältiges, sehr komplexes  Wesen. Formen bilden sich immer aufgrund von Kräften. Wir untersuchen immer unter den Prämissen Wissenschaftlichkeit, Präzision, Ganzheitlichkeit und Ethik.

 

Wo ist der Unterschied zwischen Persönlichkeit und Charakter?

Christoph Rosenberger: Es gibt auch noch andere Wörter: Typus, Naturell, Individuum. Das alles liegt sehr nah beieinander. Der Begriff „Charakter“ kommt aus dem altgriechischen charaktér und bedeutete ursprünglich Prägestempel, eingeritzt, bezeichnet also eine dauerhafte Prägung. Die Persönlichkeit ist hingegen das aktuelle Erscheinungsbild.

 

Haben Sie da ein Beispiel?

Christoph Rosenberger: Angela Merkel gestikuliert in Ihrem „Normalzustand“ zum Beispiel eher wenig und ist recht introvertiert. Wenn es dann in den Wahlkampf geht, erhöhen sich Rhythmusgesten, ihre Mimik und Gestik wird lebendiger – das ist Ihre Wahlkampf-Persönlichkeit. Ihr Charakter bleibt jedoch vorher wie nachher der gleiche.

 

Welche Rolle spielen die Faktoren digitale Kommunikation und interkultureller Kontakt?

Christoph Rosenberger: Studien belegen, dass mit dem erhöhten Gebrauch digitaler Medien die Emotionserkennungsfähigkeit gesunken ist.  Da sich jedoch diese Medien ständig ändern, werden sich auch diese Studien ändern. Bei interkulturellem Kontakt hingegen kann man auf das Gemeinsame vertrauen. In der Embriogenese werden über die drei Keimblätter die unterschiedlichen Organsysteme entwickelt, die wiederum völlig unterschiedliche Bedürfnisse haben.  Dazu mischen sich die kulturspezifischen, äußeren Einflüsse. So entstehen die unterschiedlichen Naturelle – interkulturell. Paul Ekman hat beispielsweise sieben interkulturelle Primäremotionen empirisch nachgewiesen: Freude, Ärger, Ekel, Angst, Verachtung, Trauer und Überraschung. Heute zählen wir zwölf Primäremotionen. Dazugekommen sind Schuld, Scham, Interesse, Liebe und Stolz. Grundsätzlich gilt also: Mensch ist Mensch.

 

Wie kann man Menschen immer richtig verstehen und Gesprächserfolge auf allen Ebenen erzielen?

Christoph Rosenberger: Diese Frage kann man nicht beantworten, weil es keine objektive Wissenschaft gibt. Wenn ich jetzt eine schnelle, kurze Antwort geben soll: Öfter mal die Klappe halten, genauer hinschauen und besser zuhören.

 

Erleben Sie Christoph Rosenberger live auf dem Seminar „Menschenkenntnis mit System“ am 1./2. April 2019 in München oder am 23./24. September 2019 in Düsseldorf.

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