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Professioneller Umgang mit schwierigen Charakteren

Professioneller Umgang mit schwierigen Charakteren

Interview mit Susanne F. Gopalan, Trainerin und Coach mit umfassender Erfahrungen aus internationalen Vertriebstätigkeiten und Coachings u.a. bei McKinsey & Company Inc. in Düsseldorf, IBM Deutschland GmbH und Zeitgeist Film Ltd. New York.

MFS: In Ihrem Seminar sprechen Sie von Energievampiren. Wer ist das?
Susanne Gopalan: Jeder, gelegentlich. Der schwierige Kunde, der Mitarbeiter, der Chef, der
Ehepartner. Es können Nervensägen, Choleriker, Giftzwerge oder Machtmenschen sein.

MFS: Woran erkenne ich einen Energievampir?
Susanne Gopalan: An der eigenen Reaktion. Wer spürt, dass er sich nach einem Meeting oder Gespräch wie ausgesogen fühlt, der hatte es mit Energievampiren zu tun. Er hat das Negative des Gesprächspartners aufgenommen, anstatt auf das Positive zu reagieren.

MFS: Ein Beispiel, bitte.
Susanne Gopalan: Ein cholerischer, dominanter Seniorberater kommt in das Zimmer seines Mitarbeiters und gibt die Beschwerde eines Kunden weiter – mit den Worten: „Da waren Sie wirklich inkompetent“. Der Mitarbeiter übernimmt die Kritik und macht sich selbst Vorwürfe. „Wie konnte ich nur?“. Er hat das Negative aufgenommen und verharrt in dieser inneren Haltung. So wird er zu seinem eigenen Energievampir. Das ist die Verantwortung, die er selber trägt. Der richtige Umgang wäre, die Energie der Worte als Geschenk anzunehmen und die Verpackung wegzuschmeißen: Mein Chef will Kompetenz und konzentriertes Arbeiten – das ist in Ordnung. Ich möchte lernen, meine Kompetenz besser zu verkaufen.

MFS: Die Verpackung sind also die Emotionen der Anderen.
Susanne Gopalan
: Ja. Jede Emotion hat eine Funktion, auch Angst und Macht. Hätte der Mitarbeiter keine Angst vor Inkompetenz, würde er sich nicht so anstrengen. Aber es geht darum, auf Emotionen nicht mit Flucht, Erstarrung oder Kampf zu reagieren, sondern mit ‚Flow‘ – die Energie umzuleiten und für sich zu nutzen.

MFS: Das hört sich nach einem langen, schwierigen Prozess an.
Susanne Gopalan
: Schwierig nicht unbedingt. Es sind zwei Schritte, die gegangen werden müssen: Zuerst die Akzeptanz, dass wir andere nicht ändern können. Und dann die Bereitschaft, die Verantwortung für die eigenen Gefühle selbst zu übernehmen. Wer das kann, hört auf, übermäßig ohnmächtig oder wütend zu sein und gestaltet seine beruflichen und privaten Kontakte zufriedenstellender. Aber ja, es ist ein nicht endender Prozess, der Umgang mit anderen Menschen liefert lebenslang Anlässe zum Lernen. Und dafür ist unser Gehirn sogar dankbar, denn es ist ja auf Lernen programmiert.

MFS: Wie sieht der optimale Umgang mit einem Energievampir aus?
Susanne Gopalan
: Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem cholerischen Chef: Ist der Mitarbeiter im ‚Flow‘, also relativ unbeeindruckt von den Emotionen seines Chefs, sollte er gleich in einen fragenden Dialog mit ihm treten. Er könnte beispielsweise wissen wollen, an welcher Stelle er sich welches Vorgehen gewünscht hätte. In dem Moment ist der Mitarbeiter neugierig, ihm wird keine Energie geraubt.

MFS: Wie vermitteln Sie Ihr Wissen in Ihren Seminaren?
Susanne Gopalan
: Die Teilnehmer sollen ihre eigene Verantwortung wahrnehmen. Also benennen sie zuerst ihre Praxisfälle. Manchmal beschreiben sie ihre Vorgesetzten, Ehepartner oder auch Kollegen als regelrechte Multivampire. Sie formulieren ein Anliegen und wir nutzen das Gruppenwissen für die Energieumleitung. Sobald die Teilnehmer spüren, dass sie selbst der Multivampir sind, haben sie den ersten Schritt bereits getan. In Rollenspielen üben wir dann das veränderte Verhalten.

MFS: Sind Sie auch gelegentlich ein Energievampir?
Susanne Gopalan
: Aber ja! In meinen Seminaren stelle ich harte, anspruchsvolle Fragen, da wollen viele Teilnehmer nicht hin. Sie reagieren mit fight - Kampf, flight - Flucht, freeze – Einfrieren. Aber nicht mit flow. Manchen ist die Seminararbeit am Anfang zu privat, sie flüchten. Viele kämpfen und behaupten, es gäbe nichts Gutes an einem cholerischen Chef. Sie kommen mit Ausreden, Schuldzuweisungen, werfen mir praxisfremde Antworten vor. Aber wenn sie das Gute an der Energie des Chefs wahrnehmen können und beispielsweise seine Durchsetzungskraft akzeptieren, erkennen sie, dass beide Seiten weniger Wut aufbauen. Sie müssen nicht mehr kämpfen und können ein anderes Klima gestalten. Die Indianer sagen: Gehe in den Mokassins des Anderen, bevor Du das Kriegsbeil ausgräbst. Das ist die Energieumleitung von der ich spreche.

MFS: Kann dieses Seminar das Verhalten der Teilnehmer nachhaltig ändern?
Susanne Gopalan
: Absolut. Es gibt drei Ebenen, die wir bearbeiten: Einstellung – Verhalten – Erfolg. Dabei trainieren wir die individuellen Anliegen der Teilnehmer. In der Praxis wird es vielleicht mal Rückschritte geben, aber das Fundament ist gelegt und der Teilnehmer kann jede Situation besser bewältigen.

Die nächsten Seminare zum 'Professionellen Umgang mit schwierigen Charakteren'
hält Susanne Gopalan:

am 9./10. Oktober 2018 in Starnberg und
am 29./30. November 2018 in Bad Homburg
Info und Anmeldung: www.management-forum.de/charaktere

Ein Video-Interview mit Susanne Gopalan finden Sie hier.

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