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„Sogar Strafgefangene im Strafvollzug verbringen heutzutage mehr Zeit draußen als Kinder“

Über anderthalb Jahre untersuchte die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) und die Firma Schlotterer die Wirkung von Tageslicht in Klassenräumen auf die Gesundheit von Schulkindern. Univ.-Doz. Dr. Hartl von der PMU und Dr.-Ing. Köster, Patentinhaber der verwendeten Tageslichtlenkung RETROLux, sprechen über die Ergebnisse der Studie.

 

Wie beeinflusst das Tageslicht in einem Raum die Konzentration von Schülern?

Dr. Hartl: Der Mensch reagiert in Synchronisation mit der Umwelt. Er hat einen zirkadianen Rhythmus. Tageslicht steuert unsere innere Uhr. In den Morgenstunden ist Tageslicht verantwortlich, dass wir z.B. Melatonin, das in erster Linie Müdigkeit verursacht, abbauen.

 

Licht ist nicht gleich Licht: Warum hat Kunstlicht dabei nicht dieselbe Wirkung auf die Schüler wie Tageslicht?

Dr. Hartl: Kunstlicht hat nicht das volle Farbspektrum wie Tageslicht. Gerade in den photobiologisch wirksamen Frequenzanteilen um 380 Nm sind - im Vergleich mit dem vollen Spektrum von natürlichem Tageslicht - die Frequenzanteile gering und daher die Wirkung auf die Schüler gering.

Dr.-Ing. Köster: Das bezieht sich natürlich auch auf Lehrerräume, insbesondere die Pausenräume für Lehrer. Auch erwachsene Menschen profitieren vom Tageslicht. Die menschliche Physiologie hat sich unter der Sonne mit 100.000 Lux entwickelt, heute leben die meisten Menschen in „biologischer Dunkelheit“.

 

Was haben Sie in der Studie miteinander verglichen?

Dr. Hartl: Grundsätzlich haben wir die Leistung der Tageslichtlenkung RETROLux mit konventionellen Standard-Verdunkelungssystemen verglichen. Wir haben dabei Lehrer und Schüler nicht vorab über die Änderungen informiert. Diese haben bei einer Lichtblendung z.B. selbst entschieden, wie Sie die Systeme benutzen.

Dr.-Ing. Köster: Im Unterschied zu den üblichen, außen liegenden Raffstoren hat die RETROLux-Lamelle eine mittige Kantung. Diese funktioniert bifokal: Nach außen als Retroreflektor, nach innen als Lightshelf. Das bedeutet, überhitzendes Sonnenlicht wird zurück reflektiert, diffuses Licht blendfrei in den Raum und an die Decke umgelenkt.

 

Was waren grundsätzlich die Erkenntnisse der Studie in Bezug auf die Tageslichtlenkungslamelle RETROLux?

Dr. Hartl: Das Ergebnis war, dass mit RETROLux signifikant mehr Tageslicht in die Klassenräume eingeleitet wird. Dadurch ergibt sich nicht nur eine Stromersparnis von 4,8 %. Vor allem die gemessenen physiologischen und psychologischen Folgen für die Kinder waren interessant: Sie zeigten eine geringere Tagesmüdigkeit, die Produktion von Stresshormonen war signifikant geringer, gleichzeitig waren die Kinder konzentrierter. RETROLux ist also ein sehr gutes physikalisches Hilfsmittel, um mehr Tageslicht in den Klassenraum zu bekommen.

Dr.-Ing. Köster: Die Langzeitstudie weist einen reduzierten Melatonin- und Kortisolspiegel, sowie einen erhöhten Serotoninspiegel im Blut nach. Serotonin ist verantwortlich für Lebensfreude und Glücksgefühle. Es ist naheliegend, dass derartige Änderungen ganz andere Verhaltensweisen, bessere Konzentrationsfähigkeit und eine erhöhte Lernbereitschaft mit sich bringen.

 

Welche Anforderungen zur Tageslichtbeleuchtung von Klassenräumen wünschen Sie sich in den Schulbaurichtlinien?

Dr. Hartl: Eine gute Lichtplanung ist essentiell wichtig.Kinder verbringen bis zu 80 % des Tages in Innenräumen. Die Nutzung von Beamern ist dabei auch nicht zuträglich. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass sogar Strafgefangene im Strafvollzug heutzutage mehr Zeit draußen verbringen als Kinder. Die psychologischen Folgen haben ja auch Einfluss auf das Verhalten zwischen Schülern und Lehrern.

Dr.-Ing. Köster: In den Schulbaurichtlinien müssen höhere Anforderungen an die Tageslichtversorgung der Räume gestellt werden. Die Mindestanforderung 500 Lux nach DIN reicht, um Leseaufgaben zu bewältigen, jedoch keinesfalls, um die Physiologie der Kinder mit ausreichend Tageslicht zu versorgen. Die WHO hat Kurzsichtigkeit als Pandemie ausgerufen, da bis zu 90 % der Schüler bereits im Alter von 14 Jahren an Kurzsichtigkeit leiden. Um das zu vermeiden, hilft nur mehr Helligkeit durch intensiveres Tageslicht in Klassenräumen.

 

Treffen Sie Univ. Doz. Dr. Hartl und Dr.-Ing. Helmut Köster live auf der Veranstaltung „Bau und Betrieb von Bildungseinrichtungen“ am 4./5. Dezember 2018 in München!

 

© Foto: Schlotterer Sonnenschutz Systeme GmbH.

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