Finanzexperte Prof. Dr. Max Otte im Interview

Erleben Sie Prof. Dr. Max Otte live auf dem German CFOforum am 12. und 13. September 2012 in Starnberg. Melden Sie sich gleich an und wir gewähren Ihnen exklusiv 10% Preisnachlass mit dem Stichwort „Interview Otte“. Erfahren Sie mehr unter: www.germancfoforum.de

 

Von der Finanz- zur Eurokrise:
Ursachen, aktuelle Situation und Ausblick.
Interview mit Prof. Dr. Max Otte, Bestseller-Autor und Finanzexperte

Prof. Dr. Otte, Sie wurden mehrfach ausgezeichnet für Ihr erfolgreiches Value Investing an der Börse. Wie funktioniert dieser Ansatz?
Vereinfacht gesagt: billig kaufen, teuer verkaufen. Die Börse befindet sich aktuell auf dem Bewertungsniveau von 1998, die Unternehmen haben sich seit damals aber deutlich weiterentwickelt. Das ist das Kurspotenzial, das ich als Value Investor im Blick habe. Bevor ich eine Aktie kaufe, schätze ich den Substanz- und Ertragswert des Unternehmens – nicht mittels Discounted Cashflow – sondern anhand der langfristigen Umsatzzahlen, der Eigenkapitaldecke, der Kostenstruktur, der langfristigen Marktstellung im Wettbewerb und vieler anderer Faktoren. Letztlich bestimme ich so den fairen Wert der Aktie und kaufe, wenn sie unter diesem Kurs zu haben ist. Sobald sie den fairen Wert erreicht hat, verkaufe ich wieder.

Wie wirkt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise auf Ihren Ansatz aus?
Eigentlich gar nicht, ich brauche nur ein paar mehr Nerven. Die Volatilität einer Aktie bewerte ich nicht als Risikomesser, sondern lediglich als das was sie ist: Als Kursschwankungsbreite. Und Kursschwankungen, auch die aktuellen, sind Ertragschancen. Aber es ist schon so, dass ich jetzt die Ertragschancen von Unternehmen noch konservativer bewerte, der von mir ermittelte faire Wert einer Aktie also tiefer liegt als in Börsenphasen mit klarem Aufwärtstrend. Was mich bei meinen Bewertungen übrigens überhaupt nicht interessiert, sind Analystenmeinungen. Die folgen oft letztlich eher ihrem Herdentrieb, als dass sie profund selber zu belastbaren Ergebnissen kommen, weil es oftmals Anfänger oder Spezialisten mit zu wenig Gesamtüberblick sind.

Finanzkrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise – wer kann angesichts dieses Chaos heute noch an der Börse investieren?
Jeder, der seine Emotionen im Griff hat. Wer sich als völliger Laie an die Philosophie der Börsenlegende André Kostolany hält, kann nicht viel verkehrt machen: Drei bis fünf normale Unternehmen mit gutem Geschäftsmodell aussuchen, etwa DAX-Werte, kaufen und mindestens fünf Jahre liegenlassen. Wer bei Crashs allerdings nicht schlafen kann, sollte die Finger davon lassen und einen Europäischen oder Weltfonds wählen. Gefährdet sind Investoren mit etwas Wissen: Sie denken, sie haben schon ausreichend Erfahrung, aber ihnen fehlt oft die Fähigkeit des Hinterfragens. Halbwissen schafft leider eine Scheinsicherheit. Wenn jemand sagt, eine Aktie sei billig – dann muss die Frage folgen, warum sie das ist. Vielleicht gibt es ja einen guten Grund dafür. Um diese Frage richtig zu beantworten, braucht ein Investor sehr viel Erfahrung.

Apropos Crash – wie geht es weiter an der Börse?
Schwierig zu sagen. Im Grund ist die Lage in Europa besser als ihr Ruf, immerhin liegt unser Haushaltsdefizit nur bei 4,1% während es in den USA bei 10,8% liegt. Trotzdem haben die Ratingagenturen, parteiisch wie sie sind, die Länder Europas heruntergestuft und den USA ihr Triple A belassen. Das drückt weiterhin auf die Kurse. Es wird auch künftig zu Crashs kommen, auch wenn wir uns im Wesentlichen unverändert für die nächsten zwei bis drei Jahre noch so durchwurschteln werden. Es müsste sich strukturell etwas ändern, damit es zu einem stabilen Aufwärtstrend kommen kann. Ein richtiger Schritt in diese Richtung ist die Transaktionssteuer – das hat etwas mit Transaktionshäufigkeit und Leverage zu tun – trifft also vor allem die Zocker an der Börse und hat das Potenzial Spekulationsexzesse zu stoppen.

Was bedeuten die vielfältigen Krisen für die Finanzplanung in Unternehmen?
Sie stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen. Es ist zwar eine selber herbeigeredete Panik, trotzdem macht sie die Refinanzierung für die Unternehmen schwieriger. Und die günstigen Aktienkurse hierzulande sorgen für billige Einstiegsmöglichkeiten der außereuropäischen Konkurrenz – General Electric will beispielsweise noch in diesem Jahr in Europa dazukaufen. Sie haben genügend Geld und können sich kostengünstig refinanzieren, so dass sie im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich zuschlagen können. Das ist echter Mist.

Was muss seitens der EU geschehen, um die Unternehmen zu entlasten?
Wir müssen die Luft aus der Euro-Verteidigungsblase nehmen. Griechenland muss aus dem Euro austreten, den Schuldenschnitt einleiten und kann dann für die Drachme problemlos Anschlusskredite der EU erhalten. Griechische Banken und Milliardäre wären die Leittragenden. Derzeit wackelt der Schwanz mit dem Hund. Auch Spanien und Portugal brauchen eine Austrittsoption. Letztlich benötigen wir das geordnete Insolvenzverfahren, wie im Privatrecht, auch für Länder. Außerdem ist die Schuldenbremse fatal und kontraproduktiv. Bei sinkender volkswirtschaftlicher Leistung zu bremsen, ist verkehrt. Besser wäre eine Teilverstaatlichung der Banken, wie bei der Commerzbank. Sobald sie wieder gut aufgestellt sind, ist ja die Reprivatisierung möglich. Das derzeitige Vorgehen, Kredite für marode Banken zu vergeben, belohnt die Aktionäre der Banken und die dortigen Verantwortlichen, die letztlich in ihrem Job versagt haben. Wer den Mist verzapft hat, soll auch haften.

Was müssen CFO und Controller heute mehr leisten als noch vor 20 Jahren?
Das operative Controlling einer Firma hat sich durch die Informationstechnologie massiv verändert. Es geht also heute um lückenlos und perfekt gesteuerte Informationen und Überwachung. Hinzu kommen die massiv gestiegenen gesetzlichen Anforderungen. Das hat schon was von neuer Art Planwirtschaft mit stark eingeschränkten Gestaltungsfreiräumen. Letztlich ist der CFO heute allein schon durch die Vorgaben die zweitwichtigste Person im Unternehmen. Das war früher anders. Neben ihrem umfassenden fachlichen Können müssen CFO und Controller auch verschiedene Positionen zusammenführen, also führungstechnisch fit sein und die Compliance im Griff haben. Ganz schön anspruchsvoll.

Nutzen Sie die Möglichkeit auf unserem German CFOforum 2012 persönlich mit Herrn Prof. Dr. Max Otte über aktuelle Themen und zukünftige Entwicklungen zu sprechen. Als Keynote Referent wird er sich dem Thema „Von der Finanz- zur Eurokrise: Ursachen, aktuelle Situation und Ausblick“ widmen und steht Ihnen auch während der Veranstaltung in unseren zahlreichen Networking-Möglichkeiten für Ihre Fragen zur Verfügung.

Melden Sie sich gleich an und wir gewähren Ihnen exklusiv 10% Preisnachlass mit dem Stichwort „Interview Otte“. Erfahren Sie mehr unter: www.germancfoforum.de

Bei Rückfragen freue ich mich von Ihnen zu hören:
Jens Frenkel | Konferenz-Manager
Tel +49- (0) 8151- 2719 43
jens.frenkel@management-forum.de

Kommentar schreiben

Your email address will not be published.