Führen mit emotionaler Intelligenz

Erfolgreiche Führungskräfte, sind Meister ihres Verhaltens und können es situativ anpassen. Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte danken es mit Engagement und Loyalität. Anne David-Schröder erklärt im Interview ihr Intensivtraining „Führen mit emotionaler Intelligenz“.

Management Forum Starnberg: Worin zeigt sich emotionale Intelligenz im Führungsalltag?
Anne David-Schröder: Zuallererst in der Kompetenz, eigene Gefühle und deren Wirkung auf das eigene Verhalten wahrzunehmen. Das haben viele von uns im hektischen Alltag verloren.

MFS: Warum ist das wichtig?
Anne David-Schröder: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Verhaltensmustern schärft den Blick für die Wechselwirkungen, die bestimmtes Verhalten bei anderen Menschen hervorrufen. So kann eine Führungskraft erkennen, wo ihre Stärken liegen und wo sie ihr Verhalten verändern möchte.

MFS: Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte noch?
Anne David-Schröder: Selbststeuerung. Die Kompetenz, mich im Alltag so bewusst zu regulieren, dass ich für mich schwierige Führungssituationen positiv gestalten kann. Gelingt das, kann ich im Einklang mit den eigenen Werten mein Verhalten gezielter steuern.

MFS: Um positive Wechselwirkungen zu erzielen?
Anne David-Schröder: Ja, das ist eine der Kernaufgaben als Führungskraft: Beziehungen zu managen. Es ist ein wertvolles Fundament, wenn eine Führungskraft die ungeschriebenen Regeln eines Teams erkennt. Dadurch gewinnt sie ein höheres Verständnis für die Sicht der Mitarbeiter und kann entscheiden, ob die Dynamik im Team hilfreich ist, um gesetzte Ziele zu erreichen. Wenn nicht, kann sie einen Raum bieten, in dem sich Teams weiterentwickeln können.

MFS: Arbeitsbeziehungsmanagement als Kernkompetenz?
Anne David-Schröder: Genau, so nennen wir das. Eine Führungskraft hat die Aufgabe, Kooperation und Teamgeist zu fördern. Das bedeutet, die Mitarbeiter durch konstruktives Feedback zu fördern und durch vorgelebtes Verhalten Veränderungen zu initiieren. Oder Teams durch gemeinsame Ziele zusammenzubringen und bei Konflikten zu unterstützen. Letztlich geht es auch darum, sie in ihrer emotionalen Intelligenz zu stärken.

MFS: Wie kann das gelingen?
Anne David-Schröder: Durch vorleben. Erfahren die Mitarbeiter emotional intelligente Führung, werden ihre Bedürfnisse erkannt und respektiert, entstehen in der Regel positive Wechselwirkungen, wie bei einer positiven Spirale. Leistung und Engagement brauchen Vertrauen. Wenn Mitarbeiter Vertrauen spüren, geben Sie das auch zurück.

MFS: Wie arbeiten Sie im Seminar?
Anne David-Schröder: Im Vordergrund steht erfahrungsorientiertes Lernen. Anhand eigener Erlebnisse erkennen die Teilnehmer Verhaltensmuster, die ihre Führungsarbeit unterstützen oder eben noch hindern. Das eigene Erleben steht im Fokus. Wir tauschen Erfahrungen aus, bearbeiten Praxisfälle in kleineren Gruppen und verankern in Übungen das neue Wissen.

MFS: Wer kommt in ihre Seminare?
Anne David-Schröder: Menschen, die wissen, dass Checklisten und Führungsmodelle nicht ausreichen, um erfolgreich zu führen. Sie haben die Bereitschaft, das eigene Handeln zu prüfen und zu analysieren, „was braucht mein Mitarbeiter und wie kann ich ihn durch mein Führungsverhalten unterstützen, damit er zielführend im Team mitarbeitet“.

Aktuelle Seminartermine:
21.01.2015 – 22.01.2015 in Frankfurt/M.
03.03.2015 – 04.03.2015 in Starnberg

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