Training im Flugsimulator – Interview mit Pilot und Trainer Eugen Bühle

Eugen Bühle

Ein Training im Flugsimulator ist weniger ein lustiges Happening als vielmehr ein intensives Durchleben von zeitkritischen und komplexen Führungssituationen. Der Pilot / Manager spürt wie sehr das Team von seiner Führungsqualität und seiner Fähigkeit zu strukturierten Entscheidungen abhängig ist. Eugen Bühle ist Pilot und Trainer des Seminars „Entscheiden unter Druck – Training im Flugsimulator“. Er erklärt im Interview, wie im Seminar gearbeitet wird und was es bei Führungskräften bewirkt.

Management Forum Starnberg (MFS): In 2012 hatten wir das Seminar „Entscheiden unter Druck“ erstmals veranstaltet. Was ist Ihr Eindruck im fünften Jahr?
Eugen Bühle: Da blicke ich auf das durchweg positive Feedback der Teilnehmer, die übereinstimmend der Meinung sind, dass die vermittelten Inhalte sehr wichtig für ihren geschäftlichen Alltag sind.

MFS: Was passiert in einem Flugsimulator?
Eugen Bühle: Im Simulator wird den Seminarteilnehmern zunächst das Fliegen eines Verkehrsflugzeugtyps beigebracht. Dazu gehören die Verfahren im normalen Flugverlauf und ergänzend die Notverfahren bei Systemausfällen wie etwa Triebwerksausfall, Hydraulikausfall oder der Ausfall von Anzeigesystemen. Jeder Pilot und vor allem der Kapitän muss im Simulator seine Fähigkeit, schwierigste Situationen zu managen, unter Beweis stellen. Hier sind nicht fliegerische sondern Management-Qualitäten gefragt.

MFS: Warum muss ein Manager lernen, ein Verkehrsflugzeug zu lenken?
Eugen Bühle: Das muss er nicht wirklich. Der Manager wird in eine völlig ungewohnte Umgebung gesetzt, in der er sich zurechtfinden sollen und zwar nicht als Pilot sondern als Manager. Er muss Probleme frühzeitig erkennen, die Situation analysieren und nach Lösungen suchen. Diese Lösungen müssen dann zügig und konsequent umgesetzt werden. Wichtig dabei sind das Einbeziehen jedes einzelnen Betroffenen und die strukturierte Vorgehensweise zum Treffen einer Entscheidung im Team.

MFS: Vergessen die Manager-Piloten, dass die Situation ‚gestellt‘ ist und geraten sie wirklich unter Druck?
Eugen Bühle: Definitiv. Die Situation in einem Flugsimulator ist sehr realistisch. Geräusche sind zu hören und die Landschaft läuft als Film an den Fenstern vorbei. Alle Bewegungen des Flugzeuges werden nachempfunden. Piloten empfinden das Fliegen im Simulator als sehr realistisch. Und meiner Erfahrung nach geht es Managern genauso. Bei unserem Seminar werden die Manager also mit einer unbekannten Situation konfrontiert und sollen im Team unter Zeitdruck und auch psychischem Druck mit viel Stress Entscheidungen zur Lösung der Situation finden.

MFS: Was lernen die Teilnehmer im Flugsimulator?
Eugen Bühle: Im Flugsimulator muss sich jeder Teilnehmer mit einer neuen Situation auseinandersetzen und sich in ein Team einfügen, sich einbringen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dabei geben wir eine strukturierte Methode vor, beobachten ganz genau das Verhalten jedes Einzelnen und geben Hinweise zur Verbesserung des individuellen Verhaltens in der Situation als Team-Leader und als Team-Mitglied. Im Simulator werden natürlich Fertigkeiten zur Flugsteuerung geübt, aber der Fokus liegt auf Verhaltenstraining im Bereich Führung, Teammanagement, Entscheidungsfindung und Umsetzung.

——–

Teilnehmerstimmen:
„Außergewöhnliche Erfahrung“ – Jochen Sonntag, Motor-Nützel GmbH
„Zeit im Cockpit war einfach spannend und super“ – Matthias Littig, Langendorf Textil GmbH & Co. KG
„Hat Spaß gemacht, ich bin beeindruckt über das Training  und sehe vieles anders nach den 1,5 Tagen“ – Michael Hackner, CDS Hackner GmbH

Management Seminare für Geschäftsführung, Vorstand und Führungskräfte

Neue Termine:
am 9. August 2016 oder
am 24. November 2016:
im FLIGHTODROM, Zentrum für Flugsimulation, Alfred-Klingele-Str. 41, 73630 Remshalden

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt: www.management-forum.de/flugsimulator

 

 

 

Kommentar schreiben

Your email address will not be published.