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Innenansichten: Die Chronik einer Reise

Ich lade Sie ein, mich auf meiner Reise zu begleiten. Sie begann im März 2020 mit dem plötzlichen Einfall des Corona Virus in unsere Welt. Die Spielregel: Es gibt keinen vorgezeichneten Weg, keinen Routenplaner. Das Ziel: die glückliche Ankunft in einer „schönen neuen“ Welt im Frühjahr 2021. Was ich auf der ersten Etappe – von Mitte März bis Mitte April - erlebt habe und ab jetzt erleben werde, will ich in diesem Blog mit Ihnen teilen. Ich freue mich über zahlreiche Reisebegleiter, gerne auch Wegweiser und Kommentatoren.
 

Was war – was ist – was wird sein?

 

Etappe 49
 

Vor einigen Monaten habe ich über die Bedeutung von Freundschaften geschrieben. Und darüber, wie schön es immer und gerade jetzt ist, so verschiedene, wunderbare Menschen in meinem Leben zu haben. Gestern stieß ich im Netz auf einen Zeit-Artikel, in dem ein junger Mann die Entwicklung seiner zwischenmenschlichen Beziehungen im letzten Jahr reflektierte. Was mich dazu bringt, dasselbe zu tun. Ich kann für mich sagen, dass ich zu keinem der mir wichtigen Menschen den Kontakt verloren habe. Ich schreibe das weniger dem Glück zu, sondern viel mehr der gegenseitigen Beziehungspflege. Ob bei Treffen, per Telefon oder einfach mit einer kurzen Nachricht versuchen wir, im Leben des/der anderen zu bleiben.

Leichter ist die Kommunikation allerdings im letzten Jahr nicht geworden. Es fehlen die Erlebnisse. So gerne ich am See spazieren gehe, denke ich dabei eher an gemeinsames Ausgehen. Das kann eine Fahrt in die Berge sein, zum Wandern oder Skifahren, ein Ausstellungs- oder Kinobesuch oder einfach vor einem Café, einer Bar sitzen und Menschen beobachten … und kommentieren. Wie gut das tut, habe ich letztes Wochenende erfahren. Sehr spontan war ich mit einer lieben Freundin in der wirklich überwältigenden Ausstellung von Phyllis Barlow im Haus der Kunst. Die gerade im ewigen Hin und Her von auf und zu geöffnet war. Plötzlich hatten wir wieder neue Themen, Inspiration auch für unsere Gespräche. Das gilt auch für Erlebnisse, die nicht gemeinsam sind, aber erzählt werden. Ich finde es so schade, dass sich fast jedes Gespräch zuallererst und manchmal ausschließlich um Corona dreht. Dabei nehme ich mich nicht aus, ja, die Krise bestimmt unser Leben. Gleichwohl sehne ich mich nach dem anderen. Und da das Ausgesprochene unsere Gedanken beeinflusst, ist es vielleicht eine Idee, das Corona-Thema einfach mal bewusst auszusparen. Ich werde es versuchen.

Wo ich ebenfalls etwas anderes suche, ist in der Politik. In einem Gespräch mit Gundula, meiner Freundin und Geschäftspartnerin, kam die Frage auf, für wen denn eigentlich in den letzten Jahren und bis heute Politik gemacht wird. Eine Gruppe, die uns da massiv benachteiligt erscheint, sind die jungen Menschen. Auch wenn wir selbst uns nicht wirklich alt fühlen, sie sind die Zukunft. Natürlich müssen die Älteren in ihrer Vulnerabilität geschützt werden, aktuell vor Corona, aber auch vor Altersarmut, Einsamkeit, … Aber was tut die Politik, die Gesellschaft, um eine lebenswerte Zukunft zu schaffen für Schüler:innen, Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger:innen? Man kann sich zurücklehnen und sagen, sie sollen selbst Verantwortung übernehmen. Aber das ist nur ein Teil der Lösung, die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Und ich finde, da ist noch reichlich Luft nach oben.

Herzlichst

Elke Wiedmaier

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